Ärzte Zeitung online, 03.08.2010

Analgetikum lindert in wenigen Minuten Depressionen bei Bipolar-Patienten

BETHESDA (mut). Das Narkotikum und Analgetikum Ketamin eignet sich möglicherweise auch zur Therapie manisch-depressiver Patienten. Darauf deutet eine Pilotstudie bei 18 bislang therapieresistenten Patienten mit einer Bipolar-Erkrankung.

Die Patienten waren alle in einer depressiven Phase und erhielten eine Basistherapie mit Lithium oder Valproat, berichten US-Forscher vom National Institute of Mental Health in Bethesda (Arch Gen Psychiatry; 2010; 67: 793). Sie verabreichten den Patienten entweder eine Infusion mit Ketamin (0,5 mg/kg KG) oder Placebo, und zwar an zwei Tagen im Abstand von zwei Wochen.

Bereits 40 Minuten nach der Infusion waren die Depressionssymptome mit Ketamin deutlich zurückgegangen, die Wirkung hielt insgesamt drei Tage lang an, wobei der Unterschied zu Placebo am zweiten Tag nach der Infusion am größten war. 70 Prozent der Patienten sprachen auf die Therapie mit Ketamin an, aber nur sechs Prozent auf Placebo.

Vor allem die rasche antidepressive Wirkung von Ketamin sei vielversprechend, so die Studienautoren, da es bei den üblichen Antidepressiva und Stimmungsstabilisierern oft Tage bis Wochen dauert, bis sich die Wirkung bemerkbar macht.

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