Ärzte Zeitung, 21.06.2011

Menschen Ende 40 nehmen am häufigsten Antidepressiva

BONN/WARWICK (ars). Durchschnittlich rund acht Prozent der Einwohner in europäischen Staaten nehmen Antidepressiva - im mittleren Alter sind es sogar zehn Prozent.

Weiterhin besonders verbreitet sind diese Medikamente unter Frauen, unter Menschen, die nur eine geringe Ausbildung haben, arbeitslos sind, eine Scheidung hinter sich haben oder von ihrem Partner getrennt leben. Zu diesem Ergebnis kommt eine europaweite Untersuchung (IZA DP No. 5785).

Wissenschaftler des Bonner IZA Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit und der Universität Warwick nutzten dafür Daten des 2010 Eurobarometers mit 27.000 Teilnehmern. Ausgangspunkt war die Tatsache, dass sich die Anwendung von Antidepressiva in den Jahren von 1990 bis 2000 fast verdoppelt hat.

Deutschland liegt auf einem mittleren Platz

Die Resultate im Einzelnen: Am häufigsten werden Antidepressiva in Portugal verordnet. Hier berichten nur 84 Prozent der Befragten, in den vergangenen zwölf Monaten keine derartigen Mittel genommen zu haben. Es folgen Litauen mit 89 Prozent sowie Frankreich und Großbritannien mit jeweils 91 Prozent.

Deutschland liegt mit 95 Prozent auf einem mittleren Platz. Zypern, Bulgarien und Griechenland bilden mit 96 und jeweils 97 Prozent die Schlusslichter bei der Einnahme dieser Stimmungsaufheller.

Generell nehmen Menschen Ende 40 am häufigsten Antidepressiva. Nach Aussage der Autoren spiegelt sich dieser Gipfel in der U-förmigen Kurve wider, die sich für Glück und Zufriedenheit ergeben haben, und zwar bei Befragungen von Angehörigen aller Altersklassen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »