Ärzte Zeitung, 05.10.2011

Antidepressiva trotz Komorbidität indiziert

LONDON (eb). Chronische körperliche Krankheiten wie Diabetes, KHK oder COPD gehen oft mit Depressionen einher. Eine Metaanalyse bestätigt, dass Antidepressiva bei dieser Patientengruppe effektiv sind (Br J Psychiatry 2011; 198: 179-188).

Eine Empfehlung für ein bestimmtes Antidepressivum bei einer spezifischen chronischen Erkrankung lasse sich aber nicht ableiten, so die Autoren aus London.

Allgemein seien SSRI wegen ihrer geringen Interaktionen und Kontraindikationen dabei Mittel der ersten Wahl. Für Patienten nach Herzinfarkt sind Mirtazapin, Sertralin und andere SSRI offenbar sicher.

Wichtigste Schlussfolgerung ist für Privatdozent Carsten Konrad: Den Patienten dürfe eine antidepressive Medikation aus Bedenken nicht vorenthalten werden, kommentiert der Marburger Neurologe (Info Neurologie und Psychiatrie 2011; 7-8: 14).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fischkuss bringt Angler fast um

Ein Hobbyfischer zieht eine kleine Seezunge aus dem Wasser. Kurz darauf steht sein Herz still – aber nicht vor lauter Anglerglück, wie Ärzte bald herausfinden. mehr »

CRISPR/Cas-Methode - Zwischen Zauberwerk und Hexenkunst?

Die CRISPR/Cas-Methode könnte hohen therapeutischen Nutzen stiften. Sie lässt aber auch Allmachtsfantasien blühen. Der Ethikrat sieht dies skeptisch und fordert mehr Regulierung. mehr »

Deutsches Gesundheitssystem mit Luft nach oben

Deutschland hat sein Gesundheitssystem seit der Jahrtausendwende verbessert, so eine Studie. Im Vergleich mit anderen Ländern hinkt es aber hinterher – insbesondere bei einer Krankheit. mehr »