Ärzte Zeitung, 01.04.2012

Viel Fast Food, vermehrt Depressionen

NEU-ISENBURG (ikr). Wer regelmäßig Fast Food konsumiert, hat offenbar ein erhöhtes Risiko, eine Depression zu bekommen.

Bei solchen Menschen ist das Risiko für Depressionen um 51 Prozent höher als bei denjenigen, die sich nur wenig oder gar nicht von Fast Food ernähren, hat jetzt eine spanische Studie mit 8964 Teilnehmern ergeben (Public Health Nutrition 2012; 15: 424-432).

Nach im Mittel sechs Monaten Beobachtung hatten 493 eine Depression entwickelt. Je stärker der Fast-Food-Konsum desto höher war das Risiko der Studienteilnehmer, eine Depression zu entwickeln.

[01.04.2012, 19:11:00]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Besitz und Anwendung von Kochbüchern ...
könnten dann Depressionen verhindern. Und das "Glotzen" von TV-Kochshows würde unter gleichzeitigem Fast-Food-Konsum bei diesen Fernsehkonsumenten depressive Verzweiflung und Suizidalität fördern?

Keine Bange, die Studienlage gibt das (noch) nicht her. Aber kreatives, lebensbejahendes, eigenhändiges und geselliges Kochen und Essen ist als wirksames Antidepressivum noch nicht genug bekannt.

Mit der Studie wurden übrigens nicht nur "fast food (hamburgers, sausages, pizza)", sondern auch Fertigbackwaren "processed pastries (muffins, doughnuts, croissants)" untersucht. Doch welche Freude: Zwischen Backwaren und Depressionen gab es k e i n e lineare statistische Beziehung ("No linear relationship was found between the consumption of commercial baked goods and depression"). Public Health Nutrition 2012; 15: 424-432

Der Mensch ist eben, was und wie er's isst! Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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