Ärzte Zeitung online, 29.08.2013

Depression

Teilnehmer für kognitives Training gesucht

Wissenschaftler der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie Heidelberg erforschen, welche Trainingsform depressiven Menschen nach der Behandlung besser hilft, Alltag und Beruf zu meistern. Dafür werden Studienteilnehmer gesucht.

HEIDELBERG. Depressive Patienten leiden oft nicht nur unter erdrückender Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit; auch kognitive Funktionen wie Konzentration oder Gedächtnis sind beeinträchtigt.

In einer aktuellen Studie erforschen Wissenschaftler der Uniklinik für Allgemeine Psychiatrie Heidelberg verschiedene Einsatzmöglichkeiten eines computergestützten Programms, mit dem Betroffene ihre kognitiven Fähigkeiten gezielt trainieren können.

Dazu suchen sie ab sofort Studienteilnehmer, die in ihrem Leben bereits unter Depressionen gelitten haben.

Selbst wenn die Behandlung einer Depression erfolgreich verlaufen sei könnten kognitive Störungen bestehen bleiben, erinnert das Universitätsklinikum Heidelberg in einer Mitteilung. Den Betroffenen falle es schwer, sich zu konzentrieren, aufmerksam zu bleiben, sich Namen, Gesichter und Abläufe zu merken oder zum Beispiel ihren Tagesablauf sinnvoll zu planen.

"Diese Störungen beeinträchtigen das alltägliche und berufliche Leben stark und können sogar eine dauerhafte Berufsunfähigkeit nach sich ziehen", wird Privatdozentin Dr. Daniela Roesch-Ely zitiert, Ärztliche Leiterin der Psychiatrischen Ambulanz für Kognitives Training (PAKT) an der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie Heidelberg.

Teilnehmer müssen klinisch stabil sein

"Das kognitive Training, das wir in unserer Studie untersuchen, könnte daher die Behandlung depressiver Patienten sinnvoll ergänzen, ihre Lebensqualität verbessern und ihnen beispielsweise auch den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern."

Teilnehmen können Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren mit einer diagnostizierten depressiven Erkrankung, die keine zusätzlichen psychischen oder neurologischen Leiden aufweisen und weder alkohol- noch drogenabhängig sind. Sie sollten klinisch stabil, also nicht mehr schwer depressiv sein.

Das Training findet dreimal wöchentlich über einen Zeitraum von fünf Wochen in der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie Heidelberg, Voßstraße 4, statt. Jede Trainingseinheit dauert etwa eine Stunde.

Vor und nach der Trainingsphase sowie nach einem halben Jahr werden die Probanden untersucht und neuropsychologisch getestet. (eb)

Interessenten wenden sich bitte an: Dipl.-Psych. Marina Bartolovic & M.Sc. Psych. Anja Barth; Tel.: 06221 / 56 36 201, E-Mail: Depression.Training@med.uni-heidelberg.de

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