Ärzte Zeitung, 21.09.2016

Depressionen

Laufen hilft!

40 Menschen mit Depressionen nehmen an einem Projekt teil, bei dem die Auswirkungen von Laufen auf die psychische Verfassung erforscht werden sollen.

Depressionen

Ein Modellprojekt in Koblenz, Landau und Mainz zeigt: Regelmäßiges Joggen hilft gegen Depressionen.

© Stefan Schurr / fotolia.com

MAINZ. Laufen kann sich positiv auf die Lebensqualität von Patienten mit Depression auswirken. Das zeigt eine Befragung unter Teilnehmern des Modellprojekts "Laufgruppen für Menschen mit Depression".

Die Lauftreffs werden seit Herbst 2015 in Koblenz, Landau und Mainz mit sportfachlicher und psychotherapeutischer Begleitung angeboten. Nun zogen die Träger des Projekts eine erste Bilanz.

Insgesamt nehmen rund 40 Personen an den wöchentlichen Laufgruppen teil. Zu Beginn und am Ende des Projekts sowie nach jedem Lauf füllen die Teilnehmer Fragebögen aus, die anschließend durch das Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau ausgewertet werden.

Training zeigt signifikante Verbesserungen

Um Informationen über die konkreten Auswirkungen zu erhalten, werden die Läufer zu ausgewählten Messzeitpunkten gebeten, ihre aktuelle körperliche und psychische Befindlichkeit vor und nach dem Training einzuschätzen.

Demnach berichteten knapp 30 Prozent der Befragten zu Beginn des Projekts eine sehr (1,8 Prozent) oder ziemlich schlechte (28,1 Prozent) psychische Befindlichkeit. 17,5 Prozent fühlten sich ziemlich stark depressiv, 38,5 Prozent mittelmäßig depressiv.

Die Einschätzung der Selbstwirksamkeit lag in einem mittleren Bereich. Etwa 45 Prozent waren vor dem Projekt körperlich gar nicht (8,8 Prozent) beziehungsweise eher wenig (36,8 Prozent) aktiv. Nach dem Training zeigten sich im Durchschnitt signifikante Verbesserungen. Auf einer Skala von eins bis fünf wird das Training in der Regel überdurchschnittlich gut bewertet.

Durchweg positive Erfahrungen

Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz, die Landespsychotherapeutenkammer, die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse und der Rheinhessische Turnerbund waren vom rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium mit dem Projekt beauftragt worden.

"Die bisherigen Erfahrungen sind durchweg positiv und sprechen dafür, Laufgruppen für Menschen mit Depression auf eine solide finanzielle und strukturelle Basis zu stellen", sagte Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Gesundheitsministerin und Schirmherrin des Projekts. Die Teilnehmerzahlen hätten die Erwartungen übertroffen. (aze)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[22.09.2016, 08:39:46]
Klaus-Uwe Pagel 
Wie waren die Erwartungen?
Zitat: "Die Teilnehmerzahlen hätten die Erwartungen übertroffen."- Ministerin Bätzig-Lichtenthäler

Es sind ja angeblich insgesamt 40 Teilnehmer an drei Orten. Wieso kann man nur so wenige Menschen zur Teilnahme an diesem/r Projekt/Studie bewegen?

Welche Signifikanz kann man von so einer kleinen Zahl ableiten? zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Anti-Alzheimer-Wirkstoff beschleunigt kognitiven Abbau

Beta-Sekretase-Hemmer stoppen die Entwicklung einer Demenz nicht – ganz im Gegenteil: Die Medikamente scheinen die kognitive Leistung sogar zu verschlechtern. mehr »

Kinderärzte für Impfpflicht bei Ärzten und Assistenzberufen

Eine Impfpflicht nur für Kinder? Das geht den Pädiatern nicht weit genug. Dem Deutschen Ethikrat aber stößt die Art der Debatte sauer auf. mehr »

Kammerpräsidentin fordert Masernimpfung für Ärzte

"Ohne Wenn und Aber": Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Dr. Martina Wenker, hat sich für eine "generelle Impfpflicht gegen Masern" ausgesprochen. mehr »