Ärzte Zeitung online, 25.09.2017

Studienteilnehmer gesucht

Depressionen bei Vätern

FRANKFURT / MAIN. Depressionen bei Vätern nach der Geburt fanden in der Wissenschaft bislang kaum Beachtung. Erste Studien liefern jedoch Hinweise, dass fünf bis zehn Prozent der Väter von einer postnatalen Depression betroffen sein könnten, so das Universitätsklinikum Frankfurt in einer Mitteilung.

In einer Studie soll daher der Zusammenhang zwischen väterlicher Bindung zum Kind und Depression bei den Vätern untersucht werden. Hierfür werden Probanden gesucht. Bekannte Risikofaktoren für postnatale Depressionen bei Müttern sind unter anderem Frühgeburten, aber auch niedriges Einkommen oder psychiatrische Vorerkrankungen. Diese Faktoren könnten auch bei Vätern eine Rolle spielen. Neben den sozialen und psychologischen Indikatoren gibt es zudem biologische Marker, die möglicherweise schon in der Schwangerschaft Mütter mit einem Risiko für die Entwicklung einer Depression identifizieren könnten. Ein Beispiel ist der Nervenwachstumsfaktor BDNF (brain derived neurotrophic factor), heißt es in der Mitteilung der Uniklinik. In der Frankfurter Studie soll nun untersucht werden, ob dieser Faktor auch für Depressionen bei Vätern von Relevanz ist.

Paare können sich in der Schwangerschaft melden und werden dann über ein Jahr nach Entbindung begleitet. Beim ersten Termin vor der Entbindung und drei, sechs und zwölf Monate nach Geburt des Kindes wird von den Eltern ein Fragebogen ausgefüllt und eine Blutprobe genommen.

So möchten die Frankfurter Forscher untersuchen, welche der verschiedenen Genvarianten des BDNF-Gens bei den Elternteilen vorliegen und welche Auswirkungen diese auf die Ausprägung und Aktivität des Gens sowie die Konzentration des Nervenwachstumsfaktors im Blut haben. Gleichzeitig werden diese Ergebnisse in Relation zur Entwicklung der Eltern-Kind-Beziehung sowie zur persönlichen Stimmungslage gesetzt.

Mit Einverständnis der Eltern wird außerdem dem Kind kurz nach Entbindung Nabelschnurblut abgenommen, um daraus ebenfalls die genetische Variante und die Verpackung des BDNF-Gens bestimmen zu können und das mit den Ergebnissen der Eltern zu vergleichen. Dies ist aber keine unbedingte Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie, so das Uniklinikum. (eb)

Anmeldung unter: BindungVaterStudie@kgu.de.

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