Ärzte Zeitung, 04.10.2013

Epilepsiechirurgie

Op bei Epilepsie nicht Ultima ratio

Viele Patienten sind nach Epilepsiechirurgie anfallsfrei. Bei Pharmakoresistenz sollte daher frühzeitig die Indikation zur Op überprüft werden.

DRESDEN. Die Epilepsiechirurgie ist nicht die letzte Option. Das zeigte eine Studie, in der eine Op bereits nach Versagen der Therapie mit zwei Antiepileptika eine gute Chance auf Anfallsfreiheit birgt, nicht aber eine weitere medikamentöse Therapie.

Auch die Lebensqualität war nach Chirurgie besser als nach fortgesetzter Medikation. "Wir benötigen eine frühzeitige Entscheidung", sagte Professor Andreas Schulze-Bonhage vom Uniklinikum Freiburg beim DGN-Kongress.

Er empfiehlt nach Versagen zweier Antiepileptika die Vorstellung in einem Epilepsiezentrum zur Evaluation, ob es sich um einen einzelnen Fokus handelt, der gut chirurgisch zu behandeln ist, und wie hoch das Operationsrisiko ist.

Dabei kläre sich manchmal auch der Grund für die bisherige Pharmakoresistenz - mangelnde Compliance oder auch eine falsche Diagnose. Bei richtiger Indikationsstellung liegt in seinem Zentrum dann der Anteil der Patienten, die anfallsfrei werden, bei 73 Prozent .

Bei Patienten, die nicht für eine Op infrage kommen, stellen Stimulationsverfahren eine mögliche Alternative dar. Allerdings sind die Erfahrungen bei Vagusnervstimulation sehr unterschiedlich. "Wir wissen immer noch nicht, welches die besten Kandidaten sind", so Schulze-Bonhage.

Die tiefe Hirnstimulation bezeichnete er als in erfahrenen Händen sehr sicher, plädierte wegen der häufiger zu beobachtenden Gedächtnis- und Stimmungsveränderungen aber dafür, diese Option nicht zu früh einzusetzen.

Die transkutane Vagusnervstimulation zeigte in einer kleinen Studie keine ganz überzeugenden Ergebnisse, so Schulze-Bonhage, zur transkutanen Trigeminusstimulation laufen derzeit größere Studien. "In ärmeren Ländern sterben also mehr Menschen aufgrund einer CVD", sagt Teo.

"Die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt, einer Herzinsuffizienz oder einem Schlaganfall ist in solchen Regionen trotz des niedrigeren Risikos fast drei bis vier Mal höher als die in wohlhabenden Ländern."

Die vermeintlichen Gründe sind für Teo ein besseres Krankheitsmanagement und die effiziente Risikokontrolle in den einkommensstarken Ländern. Ein Bluthochdruck wird frühzeitig behandelt. (fk)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Neue Hoffnung auf wirksame Alzheimer-Therapie

Lässt sich der Krankheitsverlauf bei Alzheimer mittels Antikörper doch bremsen? Erstmals deutet sich ein solcher Erfolg in einer größeren Studie an. Das weckt Hoffnungen. mehr »

Was die Datenschutz-Folgenabschätzung ist

Praxen, Kliniken und MVZ, die in großem Stil Patientendaten verarbeiten, müssen laut DSGVO eine Datenschutz-Folgenabschätzung absolvieren. Medizinrechtler erläutern, wie das geht und was das überhaupt ist. mehr »

Tele-Hausarzt horcht aus der Ferne ab

Dr. Rafael Walocha betreut als Tele-Hausarzt Bewohner eines Pflegeheims per Video. Dabei kann er die Patienten sogar elektronisch auskultieren. Arzt und Patienten sind begeistert. mehr »