Ärzte Zeitung, 24.08.2005

Eßstörungen - Ärzte setzen auf Kooperationen

Integrationsvertrag der AOK Bayern / Fachärzte arbeiten mit Sozialpädagogen und Oecotrophologen zusammen

MÜNCHEN (sto). Einen Integrationsvertrag für Patientinnen mit Eßstörungen haben in Bayern die AOK, niedergelassene Ärzte und zwei Kliniken mit der Beratungsorganisation ANAD (Anorexia Nervosa and Associated Disorders) geschlossen.

Durch die Zusammenarbeit von Fachärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Oecotrophologen und Diätassistenten soll je nach dem Schweregrad der Erkrankung die passende Therapieform ausgewählt werden. Den Patientinnen stehen ambulante, stationäre und teilstationäre Angebote in Wohngruppen zur Verfügung.

Durch die Kooperationen soll die Behandlung steuerbar und ökonomisch planbarer werden. Geplant ist, daß die Patientinnen von den Experten bis zu ihrer Gesundung begleitet werden. "Wir dürfen nicht zusehen, wie sich junge Menschen buchstäblich zu Tode hungern und die Angehörigen tatenlos daneben stehen müssen", sagte Bayerns Gesundheitsstaatssekretärin Emilia Müller in München.

"Die Patientin sieht von Anfang an klare Wegweiser und erhält eine kontinuierliche Unterstützung. Dadurch lassen sich auch Drehtüreffekte vermeiden", meinte Müller. Die Vertragsinhalte basieren auf den Empfehlungen eines Expertengremiums, das vor zwei Jahren im Bayerischen Gesundheitsministerium ein Konsensuspapier zum Umgang mit Eßstörungen erarbeitet hat.

Vertragspartner von AOK und ANAD sind, stellvertretend für alle Niedergelassenen in Bayern, die beiden Münchner Ärzte Dr. Wolf von Römer (Internist) und Dr. Peter Teuschel (Psychiater), die Klinik Dr. Argirov in Kempfenhausen sowie die Medizinisch-Psychosomatische Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Herpesviren könnten mit einer Alzheimererkrankung zusammenhängen. Eine Reaktivierung der Viren könnte die Krankheit befeuern. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »