Ärzte Zeitung, 08.03.2005

Cabergolin für Dauertherapie gut geeignet

Dosis des Dopamin-Agonisten für Parkinson-Patienten läßt sich problemlos rasch steigern / Gute Verträglichkeit bestätigt

FRANKFURT AM MAIN (grue). Cabergolin ist ein gut wirksamer und verträglicher Dopamin-Agonist zur Behandlung von Patienten mit Parkinson-Krankheit. Er überzeugt auch durch ein einfaches Aufdosierungsschema und eine leicht zu führende Dauertherapie.

Darauf hat Professor Wolfgang Jost aus Wiesbaden beim Parkinson-Kongress in Frankfurt hingewiesen. Die Dosis von Cabergolin (Cabaseril®) beträgt ein Milligramm in der ersten Therapiewoche, zwei Milligramm in der zweiten und drei Milligramm in der dritten Woche. Die relativ schnelle Aufdosierung sei möglich, weil der Dopamin-Agonist besonders verträglich ist, sagte Jost auf einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer.

Die für die Dauertherapie vorgesehene Einmaldosis von drei Milligramm täglich erwies sich in einer Anwendungsbeobachtung mit 695 Parkinson-Patienten als wirksam und verträglich. Die Studienteilnehmer hatten im Mittel seit 18 Monaten Parkinson mit überwiegend leichten Symptomen und erhielten erstmalig Cabergolin, und zwar allein oder in Kombination mit niedrig dosiertem L-Dopa.

Wie der Neurologe berichtete, nahmen 92 Prozent der Patienten das Medikament wie vorgesehen für zwölf Monate ein, und 70 Prozent führten die Therapie auch danach weiter. Die Wirksamkeit wurde von 35 Prozent mit sehr gut und 51 Prozent mit gut bewertet, bei der Verträglichkeit votierten 55 Prozent für sehr gut und 39 Prozent für gut. Nur neun Prozent der Patienten berichteten über unerwünschte Wirkungen, wobei Übelkeit am häufigsten war. Verwirrung und Halluzinationen wurden nur zweimal gemeldet. "Die gute Verträglichkeit von Cabergolin hat sich damit erneut bestätigt", so Jost.

Er verwies dazu auf eine retrospektive Studie mit 331 jüngeren und älteren Parkinson-Patienten, bei denen das Medikament gut und in allen Altersgruppen ähnlich verträglich war. In einer weiteren Studie waren Patienten zu Cabergolin gewechselt, weil sie andere Dopamin-Agonisten wegen unerwünschter Wirkungen ablehnten. Das neue Medikament sei zu 85 Prozent gut vertragen worden, so Jost. Selbst bei Tagesdosen von bis zu sechs Milligramm Cabergolin fühlten sich die Patienten zum Beispiel nicht benommen, so Jost.

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