Ärzte Zeitung, 27.09.2005

Kaffee-Duft bei Parkinson nicht gut wahrnehmbar?

MÜNCHEN (wst). Ein schlechter Geruchssinns kann bekanntlich ein erster Hinweise auf Morbus Parkinson sein. Bekannt ist auch, daß es unter den Parkinson-Patienten kaum starke Kaffee-Trinker gibt. Möglicherweise gibt es da einen Zusammenhang.

Geruchsstörungen gehen den klassischen Parkinson-Symptomen wie Hypokinese, Rigor und Tremor oft um bis zu zehn Jahre voraus. Daran hat Professor Horst Przuntek aus Bochum erinnert. Unter Parkinson-Kranken finden sich zudem nur selten starke Kaffee-Trinker.

Ihm persönlich sei nur eine Parkinson-Patientin bekannt, die mehr als drei Tassen Kaffee täglich trinkt und getrunken hat, so der Neurologe. Alle anderen tränken weniger bis keinen Kaffee.

Diskutiert wird deshalb, ob Kaffee neuroprotektiv ist und das Parkinson-Risiko vermindert oder ob Kaffee die Manifestation der Krankheit verzögert. So gibt es einen Zusammenhang zwischen einem geringen Kaffeekonsum und dem Risiko, in den nächsten Jahren an Morbus Parkinson zu erkranken, sagte Przuntek auf einer Veranstaltung der Unternehmen Lundbeck und Teva in München.

Vielleicht ist aber ein unterdurchschnittlicher Kaffeegenuß weniger Ursache als vielmehr Folge einer sich anbahnenden Parkinson-Erkrankung. Denn möglicherweise bewirken die frühen Riechstörungen, daß Kaffee schlichtweg nicht mehr schmeckt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Viele melden sich via Chat bei DocDirekt

Das bundesweit beachtete Telemedizin-Modellprojekt DocDirekt in Baden-Württemberg kommt gut an, berichtet die KV. Besonders Männer nutzten das Angebot zur Fernbehandlung bisher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »