Ärzte Zeitung online, 12.09.2008

Medikament gegen Parkinson könnte Krankheitsverlauf verzögern

HAMBURG (dpa). Ein Parkinson-Mittel kann offenbar den Krankheitsverlauf leicht bremsen. Nach Daten einer weltweiten Studie mit 1176 Teilnehmern lässt sich die Zerstörung bestimmter Hirnzellen etwas verzögern.

"Die Krankheits-Modifikation ist ganz schwach - aber es geht in die richtige Richtung", sagte der Studienleiter Professor Günther Deuschl aus Kiel am Freitag beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Hamburg. Bisher können Ärzte lediglich die Symptome der Schüttellähmung behandeln. In Deutschland leiden laut Deuschl rund 250 000 Menschen an Parkinson.

Einzelheiten der ADAGIO-Studie sind nicht bekannt, weil die Daten noch nicht vollständig ausgewertet sind. Das Studienmedikament Rasagilin ist unter dem Medikamentennamen Azilect® bereits auf dem Markt.

Die Studie gab nun erste Hinweise, dass das Mittel die Zerstörung von Nervengewebe bremst. Warum es diesen Effekt gibt, können die Wissenschaftler bisher jedoch nicht erklären.

An der Studie waren Patienten in einem frühen Krankheitsstadium beteiligt. Um zu unterscheiden, ob der Wirkstoff nur die Symptome von Parkinson bessert oder tatsächlich den Krankheitsverlauf verlangsamt, verwendeten die Forscher ein besonderes Studiendesign. Eine Patientengruppe erhielt Rasagilin 36 Wochen lang, eine zweite Gruppe wurde in dieser Zeit mit einem Scheinmedikament behandelt. Danach bekamen beide Gruppen für weitere 36 Wochen Rasagilin.

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Frühe Therapie mit Rasagilin hält Parkinson-Patienten lange beweglich

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