Ärzte Zeitung online, 06.01.2009

Kopftraumen offenbar nicht Ursache, sondern Folge von M. Parkinson

KOPENHAGEN (ars). Anders als bisher oft vermutet, scheint der Ausbruch eines Morbus Parkinson nicht auf Kopfverletzungen zurückzugehen. Vielmehr sind solche Traumen offenbar eine frühe Folge der motorischen Defizite.

Das schließen dänische Forscher aus einer Untersuchung von knapp 14 000 Parkinson-Patienten im Durchschnittalter von 73 Jahren und fast 70 000 Kontrollpersonen aus der Allgemeinbevölkerung (BMJ 337, 2008, a2494).

Der Datenanalyse zufolge wurden die Parkinsonpatienten um 50 Prozent häufiger wegen einer Kopfverletzung - Gehirnerschütterungen, Schädelbrüche, intrakranielle Blutungen, Hirnquetschungen - in die Klinik aufgenommen: insgesamt 566 (4,1 Prozent) im Vergleich zu 1904 (2,8 Prozent). Allerdings ereigneten sich fast alle diese Vorfälle in den drei Monaten vor der Diagnose der Schüttellähmung.

Da sie sich über Jahre hinweg schleichend entwickelnd, vermuten die Dr. Kathrine Rugbjerg und ihre Kollegen aus Kopenhagen, dass die Unfälle die Krankheit nicht auslösen, sondern eher eine frühe Manifestation der motorischen Ausfälle sind. Die Hypothese, dass Schädel-Hirn-Traumen die Störung bedingen, war bereits im Jahre 1817 von James Parkinson selbst aufgestellt worden.

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