Ärzte Zeitung online, 24.09.2009

Neues Zentrum für Prävention und Therapie bei Demenz und M. Parkinson

NÜRNBERG (mut). Eine neue Institution soll die Prävention und Therapie von neurodegenerativen Erkrankungen in Deutschland voranbringen. Das bereits gegründete Zentrum integriert Grundlagenforschung, klinische Medizin und epidemiologischen Forschung.

Im April hat das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) bereits seinen Betrieb aufgenommen. Das DZNE wird als Institut der Helmholtz-Gemeinschaft mit Kernzentrum in Bonn geführt. Acht weitere Standorte an etablierten Forschungseinrichtungen tragen mit ihren jeweiligen Kompetenzen dazu bei. Darauf wies Professor Thomas Klockgether von der Uni Bonn beim DGN-Kongress in Nürnberg hin.

So wird etwa in Dresden Forschung zu Neuroregeneration betrieben, in Tübingen liegt der Schwerpunkt auf Morbus Parkinson, in Magdeburg und Göttingen stehen bildgebende Verfahren in Blick, in Bonn klinische Studien und Neuroinflammation. Anders als bei den seit längerer Zeit etablierten Kompetenznetzen werden beim DZNE nicht nur vorhandene Arbeitsgruppen vernetzt und koordiniert, sondern auch neue aufgebaut.

Zudem ist die Förderung nicht nur projektbezogen, wie bei den Kompetenznetzen, sondern institutionalisiert. Auch die Höhe der Förderung unterscheidet sich: Erhielten die Kompetenznetze etwa 2 Millionen Euro pro Jahr, darf sich das DZNE auf einen Etat von 60 Millionen Euro freuen. 40 Millionen davon bleiben im neu gebauten Zentrum in Bonn.

Was Klockgether besonders freut: Im Gegensatz zur bisherigen Verbundförderung bei neurodegenerativen Erkrankungen haben Neurologen beim DZNE eine zentrale Bedeutung. Beim Kompetenznetz Demenzen seien Neurologen praktisch nicht beteiligt gewesen.

Als Grund für die Etablierung des neuen Zentrums nannte der Neurologe die Herausforderungen der alternden Gesellschaft. So sei etwa bis zum Jahr 2050 ein Anstieg der Zahl Demenzkranker von derzeit etwa 700 000 auf über 2 Millionen zu erwarten. Das Zentrum soll interdisziplinär an Lösungen arbeiten, um dabei die Belastungen für die Betroffenen, ihre Angehörige und auch das Gesundheitssystem möglichst niedrig zu halten.

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