Ärzte Zeitung online, 19.12.2017

Diagnostik

Lässt sich Parkinson-Erkrankung "erriechen"?

Britische Wissenschaftler sind einem neuen Frühtest auf Parkinson auf der Spur. Sie haben typische Duft-Moleküle identifiziert, die sich konzentriert in der Haut von Kranken nachweisen lassen.

Lässt sich Parkinson-Erkrankung "erriechen"?

Wird Parkinson diagnostiziert, sind in der Regel bereits deutliche neurologische Anzeichen vorhanden. Die anfangs unspezifischen Symptome machen eine frühe Diagnose schwierig.

© Ocskay Mark / Fotolia

MANCHESTER. Ausgangspunkt der Forschung war eine Krankenschwester aus Perth. Sie kann mit hoher Treffsicherheit riechen, ob ein Mensch an Parkinson erkrankt ist, obwohl noch keine Symptome bemerkbar sind, wie deas britische Nachrichtenportal BBC berichtet. Joy Milne habe selbst Ärzte mit dieser Fähigkeit überrascht, die sich auch unter wissenschaftlichen Bedingungen an der Universität von Edinburgh verifizieren ließ. Dazu wurden ihr 12 T-Shirts gereicht, die von sechs Parkinson-Patienten und sechs weiteren Probanden getragen worden waren. Sie erkannt sowohl die sechs Patienten, identifizierte aber auch eine weitere Person aus der Kontrollgruppe, bei der dann tatsächlich wenige Monate später die Erkrankung festgestellt worden sei, heißt es in dem BBC-Bericht.

Wissenschaftler der Universität von Edinburgh und der Universität von Manchester nahmen sich dieses Phänomens daraufhin genauer an. Sie identifizierten eine Gruppe von zehn charakteristischen Molekülen in der Haut von Parkinsonpatienten, die offenbar für den von Joy Milne wahrgenommenen ungewöhnliche, moschusartige Geruch sorgen. Auf ihren Ergebnissen bauen sie nun die Hoffnung auf, einen ersten Frühtest auf Parkinson entwickeln zu können. (run)

In einem BBC-Video berichtet Joy Milne, wie sie Parkinson riecht

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wenn Komplementärmedizin für Krebskranke tödlich wird

Krebspatienten, die zusätzlich unbewiesene Heilverfahren nutzen, verschlechtern wohl ihre Überlebenschance. Die Erklärung ist nicht in der Komplementärmedizin selbst zu suchen. mehr »

KBV kämpft um Autonomie der Ärzte

Die im TSVG enthaltenen verpflichtenden Mindestsprechzeiten sind der KBV nach wie vor ein Dorn im Auge. Der Vorstand fordert nun die Regierung auf, diesen Passus zu streichen. Und das ist nicht der einzige Änderungsvorschlag. mehr »

Kurskorrektur in der Alzheimerforschung?

Offenbar entzieht sich das Gehirn bei Morbus Alzheimer dem Immunsystem. Checkpoint-Hemmer aus der Krebstherapie könnten dies verhindern. Bei Mäusen klappt das schon. mehr »