Ärzte Zeitung, 14.09.2005

Mit Pille seltener MS?

Hinweis auf MS-Schutz bei oraler Verhütung

BOSTON (mut). Die Antibabypille senkt vielleicht das Risiko, an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken. Darauf deuten die Ergebnisse einer retrospektiven Analyse von US-Forschern aus Boston ("Archives of Neurology" 62, 2005, 1362).

Sie schauten bei 106 Frauen, bei denen MS diagnostiziert worden war, und bei 1000 Frauen, die nicht an MS litten, ob sie in den vergangenen drei Jahren die Pille eingenommen hatten.

Das Ergebnis: Von den Frauen mit MS hatten in den drei Jahren vor Symptombeginn signifikant weniger die Pille eingenommen als von den Frauen ohne MS (53 versus 60 Prozent).

Auch nahmen Frauen mit MS zu Beginn der Krankheit deutlich seltener die Pille ein als Frauen ohne MS. Daraus errechneten die Forscher, daß bei Frauen mit Pille das Risiko, eine MS zu bekommen um 40 Prozent geringer ist als bei Frauen ohne Pille. Die Wissenschaftler vermuten, daß die in der Pille enthaltenen Östrogene das Immunsystem beeinflussen und so vor MS schützen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »