Ärzte Zeitung online, 24.08.2009

RAS-Blockade als Option gegen ZNS-Entzündungen

SEATTLE (hem). Kardiovaskuläre Interventionsstudien legen die Vermutung nahe, dass eine Blockade des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) auch die T-Zell-Beteiligung bei Autoimmunstörungen einzuschränken vermag. Angiotensin II hat sich bislang zudem als Schrittmacher subklinischer Entzündungsprozesse bei kardiovaskulären Erkrankungen erwiesen.

Auf der Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN) in Seattle in den USA stellte eine Forschergruppe um Dr. De-Hyung Lee und Professor Ralf Gold aus Bochum nun eine Studie mit Losartan und Aliskiren bei einer tierexperimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis (EAE) vor. Die Rationale für diesen Ansatz stammt aus der Beobachtung, dass im entzündeten Rückenmark nicht nur Angiotensin-Rezeptoren hochreguliert sind, sondern auch das Angiotensin konvertierende Enzym (ACE).

Versuchstieren mit EAE, denen die RAS-Hemmer gegeben wurden, erkrankten später und entwickelten deutlich mildere Symptome, und zwar in vergleichbarem Ausmaß mit Aliskiren und Losartan. In der Histologie zeigte sich zudem eine signifikante Reduktion von Makrophagen/Mikroglia und T-Zellen im entzündeten Rückenmark nach Losartan-Behandlung. Parallel dazu gingen Chemokine deutlich zurück, die für die Migration von Immunzellen in das Nervengewebe bedeutsam sind

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