Ärzte Zeitung, 22.11.2004

Quetiapin moduliert Symptome bei Schizophrenie

Atypikum macht praktisch keine extrapyramidalen Effekte / Auch agitierte Patienten mit Demenz profitieren

PLANKSTADT (hsr). Das atypische Neuroleptikum Quetiapin (Seroquel®) reduziert gut sowohl die Wahnsymptome als auch Apathie und Aufmerksamkeitsstörungen bei Patienten mit Schizophrenie. Bei einer Therapie mit dem Medikament werden kaum extrapyramidale Störungen beobachtet.

Mangelhafter Einfluß auf Negativsymptome wie Abstumpfung, Apathie und Aufmerksamkeitsstörungen und ungünstige Verträglichkeit durch extrapyramidale Symptome und tardive Dyskinesien nannte Professor Hans-Peter Volz aus Werneck als Gründe, warum typische Neuroleptika im Vergleich zu atypischen schlecht abschneiden.

Atypische Neuroleptika zeichnen sich hingegen langfristig durch bessere Wirksamkeit und Verträglichkeit aus, so Volz auf einer Veranstaltung des Unternehmens AstraZeneca in Plankstadt. So seien mit Quetiapin in Langzeitstudien anhaltend über vier Jahre Negativsymptome gut gelindert worden. Auch die Positivsymptomatik wie Aufgeregtheit, Agitation und Aggressivität ging mit dem Medikament deutlich zurück.

Eine gute Verträglichkeit des Atypikums sei durch Studien belegt: Demnach habe es mit der Substanz praktisch keine extrapyramidalen Symptome gegeben, die Prolaktinspiegel stiegen nur geringfügig, die Gewichtszunahme über zehn Wochen Therapie fiel mit zwei Kilogramm moderat aus. Auch scheine die Entstehung eines metabolischen Syndroms mit Typ-2-Diabetes aufgrund der vorliegenden Daten wenig wahrscheinlich. Herz-Reizleitungsstörungen mit QTc-Problematik seien nicht bekannt.

Quetiapin, so Volz, kann auch die Agitation bei Demenz-Patienten lindern. In einer Studie mit 333 über 80jährigen Demenz-Patienten, die seit über zwei Jahren agitiert waren, reduzierte das Medikament die Agitation signifikant besser als Placebo, ohne daß es vermehrt zu kardiovaskulären Ereignissen kam.

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