Ärzte Zeitung, 02.11.2007
 

Neuroleptikum als Depot bessert Therapietreue

FREISING (sto). Patienten, die erstmals an einer Schizophrenie erkranken, nehmen eine medikamentöse und psychosoziale Therapie besonders schlecht an. Bekommen sie von Anfang an ein langwirksames antipsychotisches Depot-Präparat, bessern sich die Chancen für eine gute Therapietreue erheblich.

Je länger Patienten mit Psychosen ohne Therapie bleiben, umso geringer sind die Chancen für Remission und Rehabilitation. Daran hat der Hamburger Psychiater Professor Dieter Naber erinnert. Erfahrungsgemäß setzen bis zu 70 Prozent der Ersterkrankten ihre Medikation im ersten Behandlungsjahr ab, viele ohne Rücksprache mit dem Arzt, sagte Naber auf einer Veranstaltung von Janssen-Cilag in Freising. Folge sei eine Rezidivrate von über 80 Prozent in den ersten fünf Jahre. "Non-Compliance ist ein wichtiger Prädiktor für Rückfall", so Naber.

Studien zufolge gebe es mit dem atypischen Depot-Neuroleptikum Risperdal® Consta® im Vergleich zu oralem Risperidon nicht nur weniger motorische unerwünschte Wirkungen, sondern auch die Compliance sei besser. Langwirksames Risperidon in der Frühphase habe gute Langzeiterfolge. Vorteil sei die Transparenz: Kommen die Patienten nicht zum Injektionstermin, könne man sie mit Telefon oder Hausbesuch zur Fortsetzung der Therapie bewegen.

[04.12.2007, 12:11:01]
Eleonore Mack 
Angehörige atmen auf?
Durch die Depotgabe des Neuroleptikums in Verbindung mit dem Home-Care-Service, bei dem die Patienten alle 14 Tage zu Hause betreut werden, dürfte einer eigenmächtigen Absetzung des Medikaments mehr Hürden entgegen stehen. Das ist keine unerhebliche Erleichterung vor allem der Angehörigen. Wollen wir hoffen, dass auch die Patienten etwas mehr Krankheitseinsicht zeigen! zum Beitrag »

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