Ärzte Zeitung, 12.03.2011

Cannabis beschleunigt Psychosen

SYDNEY (eb). Der Konsum von Cannabis beschleunigt die Entwicklung von Psychosen um bis zu 2,7 Jahre. Das haben australische Forscher anhand einer Metaanalyse von 83 Studien mit mehr als 20.000 Patienten, die eine Schizophrenie oder andere psychische Erkrankungen hatten, zeigen können (Arch Gen Psychiatry 2011).

Die Forscher untersuchten, inwiefern der Genuss von Cannabis, Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen das Auftreten von Psychosen beeinflusst. Sie fanden, dass Psychosen bei den Patienten, die in früheren Jahren Cannabis geraucht hatten, um bis zu 2,7 Jahre früher auftraten als bei jenen ohne Cannabis-Konsum. Das frühe Auftreten war dagegen nicht auf andere Suchtmittel wie Alkohol zurückzuführen.

Dem Forscherteam zufolge unterstützen die aktuellen Ergebnisse die These, dass der Genuss von Cannabis Schizophrenie und weitere psychische Erkrankungen hervorruft. Dies sei wahrscheinlich bedingt durch ein Zusammenspiel genetischer und umweltbedingter Störungen oder durch die Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung, heißt es in einer Mitteilung des Australisch-Neuseeländischen Hochschulverbunds.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchesters bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »