Ärzte Zeitung, 16.09.2008

Schlafhygiene ist Basis der Therapie bei Insomnien

Schlafstörungen können viele Ursachen haben / Entspannungstechniken sinnvoll

BARCELONA (sh). Insomnien sind die häufigsten Schlafprobleme bei Erwachsenen. Die Störungen nehmen mit dem Alter zu. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist eine gute Schlafhygiene.

Unter dem Begriff Insomnie werden mehrere Symptome zusammengefasst, die sich zum Teil überlappen, hat Professor Malcolm Lader aus London berichtet. So können etwa 20 Prozent der Insomnie-Patienten nicht richtig einschlafen, 30 bis 35 Prozent können nicht durchschlafen, 20 bis 25 Prozent wachen zu früh auf und 40 bis 45 Prozent fühlen sich nicht genügend erholt, sagte Lader bei einem von Lundbeck unterstützen Symposium in Barcelona.

Schlafstörungen können bei vielen Erkrankungen auftreten. Dazu zählen psychische Erkrankungen, Schmerzen, Atemstörungen, kardiovaskuläre und gastrointestinale Erkrankungen, hier besonders die Refluxösophagitis.

Auch Arznei- und Genussmittel können die Ursache von Schlafstörungen sein wie nichtsteroidale Antirheumatika, Betablocker, Theophyllin, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder einige Trizyklika. Eine durch Lithiumsalze ausgelöste Poly-urie sowie übermäßiger Konsum von Koffein - auch als Bestandteil von Analgetika - und Nikotin kommen ebenfalls infrage, so Lader. Und wer zu viel Alkohol konsumiere, wache nachts häufig mit trockenem Mund auf, so der Londoner Psychiater.

Lader nannte als wichtigste therapeutische Maßnahme eine entsprechende Schlafhygiene. Hierzu gehörten eine ausreichende Bewegung am Tag, aber nicht am Abend, sowie der Verzicht auf das Nickerchen am Tag.

Alkohol- und Koffeinkonsum sind insbesondere am Nachmittag und Abend zu reduzieren. Lader riet ferner, das Bett nur zum Schlafen zu benutzen und regelmäßig zu den gleichen Zeiten Schlafen zu gehen und aufzustehen. Auch Entspannungstechniken hält er für sinnvoll.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »