Ärzte Zeitung, 17.09.2008
 

Wer schlecht schläft, hat hohes Sturzrisiko

SAN FRANCISCO (hub). Wer alt ist und schlecht schläft, ist besonders sturzgefährdet. Maßnahmen der Sturzprävention könnten bei diesen Patienten besonders effektiv sein.

Von fast 3000 Frauen im Alter von 70 Jahren oder mehr haben Forscher die Schlafdaten erhoben. Sie nutzten sowohl Schlaftagebücher als auch Handgelenksaktigrafen, um die körperliche Aktivität zu messen. Die durchschnittliche Schlafdauer der Teilnehmerinnen betrug 6,8 Stunden. Sie brauchten im Mittel 77 Minuten nach dem Zubettgehen bis zum Einschlafen (Arch Int Med 168, 2008, 1768).

Innerhalb eines Jahres stürzten 549 Frauen (18,4 Prozent) zweimal oder öfter. Dabei war die Sturzrate bei Frauen mit einer Schlafdauer unter fünf Stunden um 50 Prozent höher als bei den guten Schläfern. Auch die Frauen, die länger als zwei Stunden zum Einschlafen benötigen, hatten ein um 30 Prozent erhöhtes Sturzrisiko im Vergleich zu jenen, die schneller einschliefen.

Patienten, die Benzodiazepine einnahmen, hatten ebenfalls ein um den Faktor 1,3 erhöhtes Sturzrisiko. Ob neuere Schlafarzneien oder Verhaltenstherapie das Sturzrisiko mindern, müsse untersucht werden, so die Forscher.

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