Ärzte Zeitung online, 31.08.2009

Patienteninfo zu exzessiver Schläfrigkeit

Etwa 15 Prozent der Deutschen leiden an exzessiver Schläfrigkeit. Das kann dramatische Folgen haben. Die Betroffenen schlafen manchmal plötzlich ein, auch bei der Arbeit oder am Steuer. Wichtig ist, die Ursache früh zu erkennen. So können eine Narkolepsie, eine Schlafapnoe oder ein Schichtarbeiter-Syndrom Auslöser sein. Die Betroffenen sind dabei nicht einfach nur müde - denn wer tagsüber müde ist, fühlt sich zwar schläfrig und würde gerne schlafen, schafft es aber in der Regel, wach zu bleiben.

Ungewolltes Einschlafen ist hingegen ein deutliches Zeichen für exzessive Schläfrigkeit. Die Müdigkeit kann der bei einem gesunden Menschen ähneln, der 32 Stunden nicht mehr geschlafen hat. Es kommt dann etwa bei Narkolepsie zu Schlafattacken, die meist nur Minuten dauern, gelegentlich auch Stunden, aber plötzlich auftreten können, mitten im Gespräch, beim Essen, im Stehen und sogar im Gehen.

Chronische exzessive Schläfrigkeit ist daher keineswegs banal. Die Folgen sind erheblich. Menschen, die immer wieder plötzlich einschlafen, entwickeln psychische Probleme bis hin zu Depressionen. Ihre kognitiven Fähigkeiten sind eingeschränkt, und auf Dauer gehen soziale Kontakte verloren. Wer ständig extrem schläfrig ist, kann oft auch seinen Beruf nicht mehr ausüben.

Die Betroffenen brauchen daher eine spezifische Therapie, etwa eine nasale Überdruckbeatmung bei Schlafapnoe. Auch Vigilanzien können helfen, tagsüber wach zu bleiben.

Es gibt kostenlose Informationen zum Thema Tagesschläfrigkeit, einen Selbsttest sowie Tipps für Ärzte, Patienten und Interessierte zum Herunterladen.

 ESS-Selbsttest zur Tagesschläfrigkeit

Für Interessierte
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