Ärzte Zeitung online, 04.01.2010

Schlafmangel macht Jugendliche depressiv

NEU-ISENBURG (men). Jugendliche, die von ihren Eltern früh ins Bett geschickt werden, haben seltener Depressionen oder Suizidgedanken als Jugendliche, die länger wach bleiben und kürzer schlafen. Das haben US-Forscher in einer aktuellen Untersuchung herausgefunden.

Schlafmangel macht Jugendliche depressiv

Ein erholsamer und ausreichend langer Nachtschlaf ist wichtig für Jugendliche.

Foto: Klaus Eppele©www.fotolia.de

Jugendliche Nachteulen, die regelmäßig erst um Mitternacht oder noch später ins Bett gingen, hatten in der Studie um 24 Prozent höhere Depressionsraten als Jugendliche, die normalerweise bereits um 22 Uhr oder früher das Licht ausmachten. Außerdem hatten die Jugendlichen mit der späten Schlafenszeit eine um 20 Prozent höhere Rate für Selbsttötungsgedanken.

Bei Jugendlichen, die pro Nacht nur fünf Stunden oder weniger schliefen, war eine Depression sogar um 71 Prozent häufiger und die Rate für Suizidgedanken um 48 Prozent höher als bei Jugendlichen mit einer Schlafdauer von acht Stunden oder mehr pro Nacht.

"Unsere Ergebnisse bestätigen die Theorie, dass mangelnder Schlaf ein Risikofaktor für Depressionen ist", sagt Dr. James E. Gangwisch von der Columbia Universität in New York. "Genügend Schlaf und eine gute Schlafqualität können also der Entwicklung einer Depression vorbeugen."

Die Wissenschaftler um Gangwisch werteten für die vorliegende Studie Daten von knapp 15 700 Jugendlichen und deren Eltern aus. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Eltern schickten ihre Sprösslinge wochentags um 22 Uhr oder früher zu Bett, 21 Prozent erlaubten es dem Nachwuchs bis 23 Uhr aufzubleiben und immerhin ein Viertel (25 Prozent) sogar bis Mitternacht oder später.

Im Durchschnitt schliefen die Heranwachsenden pro Nacht sieben Stunden und 53 Minuten - deutlich weniger als die neun Stunden Nachtschlaf, die von der American Academy of Sleep Medicine für diese Altersgruppe empfohlen werden.

Zum Abstract der Originalpublikation "Earlier Parental Set Bedtimes as a Protective Factor Against Depression and Suicidal Ideation"

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