Ärzte Zeitung, 15.02.2011

Zu kurze Nachtruhe tut Herz und Gefäßen nicht gut

COVENTRY (ob). Dauerhaft zu wenig Schlaf birgt gesundheitliche Risiken, etwa Übergewicht und Diabetes. Nach Ergebnissen einer neuen umfangreichen Studienübersicht steigt auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Aber auch eine überdurchschnittlich lange Nachtruhe scheint nicht unbedingt der Gesundheit zuträglich zu sein.

Zu kurze Nachtruhe tut Herz und Gefäßen nicht gut

Weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht sind gesundheitsschädlich.

© bilderbox

Die Forschergruppe um Professor Francesco Capuccio aus Coventry hat bei ihrer Analyse Daten aus 15 prospektiven Studien mit insgesamt knapp 475.000 Teilnehmern unter die Lupe genommen (Eur Heart J 2011 online).

Die Beobachtungsdauer erstreckte sich über einen Zeitraum von sieben bis maximal 25 Jahren. In dieser Zeit war es zu rund 8400 kardiovaskulären Ereignissen gekommen.

Nach dieser Analyse war sowohl eine vergleichsweise kurze als auch eine überdurchschnittlich lange nächtliche Schlafdauer mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert.

Wer regelmäßig weniger als sechs Stunden pro Nacht schlief oder durch häufige Schlafunterbrechungen gestört wurde, hatte ein um 48 Prozent höheres Risiko für eine tödliche Koronarerkrankung und ein um 15 Prozent höheres Risiko für einen tödlichen Schlaganfall. Als normal werteten die Forscher eine Schlafdauer von sieben bis acht Stunden.

Capuccio und seine Kollegen führen das infolge Schlafmangel erhöhte Krankheitsrisiko bei notorischen Kurzschläfern auf bestimmte hormonelle Veränderungen zurück, die den Appetit anregen, den Energieverbrauch drosseln und Übergewicht und Störungen des Glukosemetabolismus begünstigen.

Noch unklar ist, welche Mechanismen bei chronischen Langschläfern der beobachteten Zunahme von kardiovaskulären Erkrankungen zugrundeliegen. Möglicherweise ist die lange Schlafdauer nur ein Marker dafür, dass diese Personen aufgrund von Co-Morbidität - etwa bestehende maligne Erkrankungen - ein erhöhtes Sterberisiko haben.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Schmerzloses Impfen per Pflaster

Forscher arbeiten an Impfpflastern, mit denen sich Vakzinen schmerzfrei applizieren lassen, ganz ohne Nadel. Die Pflaster haben viele Vorteile und könnten für höhere Impfraten sorgen. mehr »

Hier tummeln sich die meisten Hausärzte

Die Arztdichte in einer Region ist relevant für die Entscheidung, wo Allgemeinmediziner sich niederlassen – gerade für junge Ärzte. Unsere Karte des Monats zeigt, wo die Konkurrenz zwischen Hausärzten am größten ist. mehr »

Welche Ärzte die schwierigsten Fälle haben

Welche ärztliche Fachgruppe hat die Patienten mit den komplexesten Fällen zu behandeln? Kanadische Forscher haben dies anhand von speziellen Markern untersucht – und eine Rangliste erstellt. mehr »