Ärzte Zeitung, 17.05.2005

Experten warnen vor Wasserpfeifen

Bundesinstitut: Bei Jugendlichen beliebte Pfeifen sind fast so schädlich wie Zigaretten

BERLIN (dpa). Bei Jugendlichen liegen sie voll im Trend, doch nur wenige kennen die Gefahren: Wasserpfeifen sind nach einer Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) kaum weniger schädlich als Zigaretten.

Wasserpfeifen sind bei Jugendlichen derzeit angesagt. Manche nennen sie "Alcopops zum Rauchen". Foto: dpa

Die orientalischen Pfeifen werden bei deutschen Jugendlichen immer beliebter, aber auch sie enthalten den gefährlichen Tabak. Die Suchtgefahr sei daher mit der beim Zigarettenrauchen vergleichbar. Das Institut empfiehlt, Wasserpfeifen in die Aufklärung über die Gefahren des Rauchens einzuschließen.

Die bislang vorliegenden Studien deuten sogar darauf hin, daß über den Rauch von Wasserpfeifen größere Mengen an Schadstoffen wie Teer und Kohlenmonoxid aufgenommen werden als über filterlose Zigaretten, wie BfR-Präsident Andreas Hensel erläutert.

Im Rauch von Wasserpfeifen wurden außerdem krebsauslösende Substanzen wie Arsen, Chrom und Nickel in zum Teil hohen Konzentrationen nachgewiesen. Nach mehrjährigem Konsum wurden Verschlechterungen der Lungenfunktion und ein erhöhtes Krebsrisiko beobachtet.

Viele Großstadtcafés haben mittlerweile die orientalischen Wasserpfeifen ("Shi-Shas") zum Beispiel mit Apfel oder Kirschgeschmack im Angebot. Sie sind auch bei jüngerem Szene-Publikum beliebt. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen spricht bereits von "Alcopops zum Rauchen".

Internet: www.bfr.bund.de/cm/216/gesundheits_und_suchtgefahren_durch_wasserpfeifen.pdf

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

15:57 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »