Ärzte Zeitung, 09.02.2007

Rheinland-Pfalz will Drogensucht besser bekämpfen

MAINZ (chb). Die rheinland-pfälzische Landesregierung will mit verschiedenen Maßnahmen einen weiteren Anstieg der Drogentoten im Land verhindern.

Dazu zähle der Ausbau niederschwelliger Angebote, eine verbesserte Substitutionsbehandlung und die genaue Analyse einzelner Todesfälle, sagte Landesgesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) vor dem Landtag in Mainz.

Die Zahl der Drogentoten ist in den vergangenen drei Jahren in Rheinland-Pfalz entgegen des Bundestrends deutlich gestiegen. Im Jahr 2004 wurden 36 Drogentote im Land registriert, 2005 waren es 51, im vergangenen Jahr stieg die Zahl dann auf 78. Unter den Opfern waren nach Erkenntnissen des Mainzer Landeskriminalamtes besonders viele Langzeitkonsumenten. Außerdem habe sich das Durchschnittsalter der Toten deutlich von 30 im Jahr 2005 auf 34 im vergangenen Jahr erhöht.

Nach Angaben Dreyers soll jetzt unter anderem die Substitutionsbehandlung im ländlichen Raum verbessert werden. Dazu sollen weitere Ärzte gewonnen werden, die diese Therapie anbieten. Die Ministerin wies daraufhin, dass Rheinland-Pfalz im Vergleich zu anderen Bundesländern die Finanzmittel für Suchtkranken- und Drogenhilfe nicht gekürzt habe.

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