Ärzte Zeitung, 23.02.2007

Hoppe will Rauchverbot via Arbeitsschutz

BERLIN (hak/HL). Der Präsident der Bundesärztekammer Professor Jörg-Dietrich Hoppe hat Bundesarbeitsminister Franz Müntefering aufgefordert, ein Rauchverbot in Gaststätten über das Arbeitsschutzgesetz durchzusetzen.

Vor dem Hintergrund bislang erfolgloser Einigungsversuche der Ländergesundheitsminister - sie beraten heute erneut in Hannover - attackierte Hoppe den Arbeitsminister: "Der Vizekanzler misst beim Arbeitsschutz mit zweierlei Maß und ignoriert die massive Gesundheitsschädigung."

Noch weiter ging gestern die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, Martina Pötschke-Langer. Sie machte Spitzenpolitiker wie Müntefering sowie die Fraktionschefs Struck und Kauder persönlich verantwortlich: "Die persönlichen Vorlieben dieser und anderer Parlamentarier überlagern die politische Entscheidungsfähigkeit." Es sei "unverantwortlich und bizarr, dass Allgemeinwohl hinter dem Suchtverhalten weniger zurückstehen" müsse.

Die Haltung der Politiker widerspricht auch dem Mehrheitswillen der Bürger. Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Senders N24 sind 63 Prozent der Bürger für ein Rauchverbot in der Gastronomie. 35 Prozent sind dagegen - davon würden allerdings 61 Prozent ein Rauchverbot akzeptieren, wenn der Rauchgenuss in speziell abgetrennten Räumen erlaubt bliebe.

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