Ärzte Zeitung, 27.02.2007

Bluttest zeigt Passivraucher-Risiko

Marker für Herzinfarkt erhöht / Hoppe kritisiert Kompromiss zu Rauchverbot

NOTTINGHAM (Rö). Passivrauchen wird mit erhöhtem Risiko für Krebs und Herzinfarkt in Verbindung gebracht. Bisher gab es dazu aber nur epidemiologische Hinweise. Jetzt sind bei Passivrauchern im Blut erhöhte Spiegel von Markern nachgewiesen worden, die auf ein erhöhtes KHK- Risiko hindeuten.

Signifikant erhöhte Spiegel von Fibrinogen und Homocystein bei Passivrauchern, die nie geraucht hatten, hat Dr. Andrea Venn von der Universität von Nottingham in gemessen (Circulation online).

In ihre Untersuchung hatte die britische Wissenschaftlerin 7599 Nichtraucher aufgenommen. Ob die Studienteilnehmer durch Passivrauch belastet waren, wurde objektiv durch die Cotinin-Spiegel im Blut überprüft. Cotinin belegt, dass Nikotin aufgenommen wurde. Erhöhte Gefäß-Risiken wurden anhand der Parameter Homocystein, Fibrinogen und C-reaktives Protein überprüft.

Ergebnis: Bei den Studienteilnehmern mit Cotinin im Blut waren die Spiegel von Fibrinogen und Homocystein signifikant höher als bei denen ohne Cotinin. Die Fibrinogen- und Homocystein-Spiegel erreichten immerhin ein Drittel von denen bei Rauchern.

In der Debatte um Schutz vor Passivrauchen hat der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, Kritik an der Einigung auf ein eingeschränktes Rauchverbot in Gaststätten geübt. Der Kompromiss mit den Raucherzimmern sei "inkonsequent und unbefriedigend", sagte Hoppe dem "Tagesspiegel". So werde Mitarbeitern in Cafés und Restaurants ein rauchfreier Arbeitsplatz verwehrt.

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