Ärzte Zeitung, 23.01.2008

Soap-Schauspieler klären über Drogen auf

Ulla Schmidt (SPD) lobt Engagement des Senders RTL

FRANKFURT/MAIN (Smi). "Drogen zerstören Leben. Da gibt es nichts zu beschönigen." Eindringlich hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt dazu aufgerufen, Jugendliche vor allem vom Konsum der Partydroge Kokain abzuhalten. Schmidt lobte das Engagement des Fernsehsenders RTL, dessen Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (GZSZ) derzeit gegen Drogen mobil macht.

"In bestimmten Szenen der Jugendkultur hat sich der Konsum von Kokain etabliert", so Schmidt weiter. "Aufklärung ist dabei der beste Ansatz zu einer wirksamen Prävention - gerade bei Jugendlichen."

In einer gemeinsamen Pressekonferenz in Potsdam warnten Schmidt, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Sabine Bätzing sowie Schauspieler und Verantwortliche der Serie vor einer Verharmlosung von Drogen. "Drogenkonsum ist kein harmloses Partyvergnügen", sagte Sabine Bätzing. "Drogenabhängigkeit bedeutet das Ende eines freien und selbstbestimmten Lebens."

Gemeinsam mit der 22-jährigen GZSZ-Darstellerin Anne Menden hat Bätzing die auf Kokain spezialisierte Beratungsstelle und Therapieeinrichtung KOKON in Berlin besucht. In Gesprächen mit Patienten sei deutlich geworden, "wie radikal man sein Leben ändern muss, wenn man abstinent bleiben will", erzählte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

In Deutschland haben laut Bundesgesundheitsministerium etwa 1,45 Millionen Menschen zwischen zwölf und 60 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben Kokain probiert. Damit liege Kokain hinter Cannabis und Amphetaminen auf Platz drei der beliebtesten Drogen. Studien zeigten, dass Jugendliche neugieriger und risikofreudiger sind und daher häufiger als Erwachsene Kokain probierten. In Großstädten sei diese Risikofreudigkeit besonders hoch. Bei den Todesursachen durch Drogen rangiert Kokain nach Opiaten wie Heroin auf Platz zwei.

In GZSZ spielt Anne Menden das Model Emily, das ein Fotoshooting nur mit Hilfe von Kokain absolvieren zu können glaubt. In der Tat läuft alles prima - bis zum nächsten Tag, an dem sie sich mies fühlt und beschließt: Nie wieder! Auf der Homepage von GZSZ können Jugendliche derzeit einen Test absolvieren, ob sie selbst suchtgefährdet sind. Darin heißt es unter anderem: "Alle Drogen verändern dich und dein Bewusstsein. Sie machen deinen Geist und deinen Körper kaputt." Am Ende des Tests gibt es Tipps und die Möglichkeit, Fragen ans Team zu senden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »