Ärzte Zeitung online, 19.02.2009

Wirtschaft will Alkoholwerbung einschränken

BERLIN (dpa). Die Wirtschaft will die Alkoholwerbung nach zunehmendem Druck freiwillig einschränken. Die Werbung solle nicht zum Alkoholmissbrauch auffordern und keine trinkenden Kinder, Jugendlichen, Autofahrer und Leistungssportler zeigen, teilte der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft am Donnerstag in Berlin mit.

In Medien, die sich vor allem an Kinder und Jugendliche richten, solle es keine Werbung für alkoholhaltige Getränke geben. Wer in der Werbung gezeigt werde, solle mindestens 18 Jahre alt sein. Trikotwerbung bei Kinder- und Jugendmannschaften sei künftig ebenso tabu wie Werbung, die im direkten Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen stehe.

Nach den neuen Regeln soll es keine Aussagen zur Beseitigung oder Linderung von Krankheiten - oder auch sozialen Konflikten - durch Alkohol geben. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), hatte die Wirtschaft mehrfach dazu aufgerufen, ihre Selbstverpflichtung bei Alkoholwerbung einzuhalten. Ein Werbeverbot hält sie nicht für notwendig.

Bätzing hatte ein Aktionsprogramm zur Alkohol- und Tabakprävention angekündigt. Die Zahl der Alkoholvergiftungen hatte 2007 bei Kindern und Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent zugenommen. Etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland gelten als alkoholabhängig.

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