Ärzte Zeitung online, 26.06.2009

Familie von Michael Jackson befürchtete offenbar Medikamentensucht

LOS ANGELES (dpa). Einen Tag nach dem Tod von Pop-Star Michael Jackson häuften sich in den US-Medien Berichte über einen möglicherweise langjährigen Medikamentenmissbrauch des Sängers. Der US-Zeitschrift "People" zufolge schritten Familienangehörige schon vor drei Jahren ein, um den Star von einem gefährlichen Tablettenkonsum abzubringen.

"Die Familie glaubte, dass Michael süchtig war", zitierte die Zeitschrift eine Quelle aus Jacksons Umfeld. Die Geschwister hätten auf ihn eingeredet, aber der Pop-Star habe ihre Bedenken zurückgewiesen.

Der Sänger habe zuletzt täglich eine Spritze mit dem morphiumähnlichen Medikament Demerol erhalten, berichtete der Internetdienst tmz.com am Freitag unter Berufung auf ein "enges Mitglied" der Jackson-Familie. Am Donnerstag, kurz vor seinem Tod, sei ihm ebenfalls dieses Mittel verabreicht worden.

Jackson war im Alter von 50 Jahren nach einem Herzstillstand gestorben. Dem Internetdienst zufolge sucht die Polizei nach dem Arzt, der ihm diese Spritze verabreichte. Der Mediziner, der in Jacksons Haus lebte, sei derzeit nirgends zu finden, hieß es.

Brian Oxman, einer der Anwälte der Jackson-Familie, schloss eine versehentlich eingenommene tödliche Dosis verschreibungspflichtiger Medikamente nicht aus. Oxman sagte zu dem Verdacht, der Tod könne dadurch ausgelöst worden sein: "Dies war etwas, was ich befürchtete und etwas, vor dem ich gewarnt habe." Der Sänger habe zuletzt Arzneien wegen früherer Verletzungen, darunter ein Rücken- und ein Beinbruch, eingenommen, während er für sein geplantes Konzert-Comeback probte.

Am Freitag hat die gerichtsmedizinische Untersuchung seines Leichnams begonnen. Mit dem Ergebnis der toxologischen Tests wird nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN erst in sechs bis acht Wochen gerechnet.

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