Ärzte Zeitung online, 05.01.2010

Aufklärung über "Würgespiele" im Internet

POTSDAM (dpa). Als Reaktion auf den tragischen Tod eines 14-Jährigen bei einem "Würgespiel" hat das Brandenburger Bildungsministerium jetzt Informationen über die tödlichen Gefahren solcher Praktiken ins Internet gestellt.

Minister Holger Rupprecht (SPD) rief am Dienstag sowohl Lehrer als auch Schüler und Eltern zu erhöhter Sensibilität im Umgang mit dem Phänomen auf: "'Würgespiele‘ sind keine harmlose Mutprobe, sondern eine tödliche Gefahr." Unter www.bildungsserver.berlin-brandenburg.de/wuergespiele.html sind ab sofort Informationen über "Würgespiele" und deren Gefahren zu finden.

Der Tod des 14-jährigen Gymnasiasten aus dem Havelland war im Dezember bekannt geworden. Er hatte sich hingekniet, mit einem Strick kurzzeitig stranguliert und dabei offenbar das Bewusstsein verloren. Die Polizei sprach von einem Unfall.

Experten zufolge gibt es körperliche Merkmale für derartige gefährliche Spiele wie blutunterlaufene Augen oder Spuren am Hals. In Frankreich ist das gefährliche Würgen bis zum Umfallen bereits seit Jahren immer wieder ein Thema. Im Schnitt soll dort ein junger Mensch pro Monat das Spiel mit dem Leben bezahlen.

Lesen Sie dazu auch:
Würgen bis zur Ohnmacht: Tödliches Spiel in Kinderzimmern und Schulen

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