Ärzte Zeitung online, 12.03.2010

Falsche Glücksgefühle - Partydroge Ecstasy

HAMBURG (dpa). Ecstasy gilt als "Partydroge". Zu den Konsumenten zählen vor allem junge Menschen. Die oftmals mit Prägungen versehenen Tabletten führen zu Glücksgefühlen, Kontaktfreudigkeit und Verlust des Zeitgefühls.

Ecstasy gibt es auch in Pulver- und Kristallform. Vor allem Anfang der 1990er Jahre erlebte die Droge in der Musikclub-Szene einen Aufschwung.

Die Droge wird synthetisch - also ohne natürliche Rohstoffe - im Labor hergestellt und wird darum auch "Designerdroge" genannt. Für den Rausch sind Amphetamin-Derivate wie das 1912 von dem deutschen Chemiker Anton Köllisch entdeckte Methylendioxymethylamphetamin (MDMA) verantwortlich, die relativ schnell süchtig machen können.

Bei der Einnahme wird das körpereigene Warnsystem ausgeschaltet. Bei langem Tanzen kann dies zu extremem Wasserverlust, Organschäden und Kreislaufzusammenbruch führen. Tödliches Nierenversagen wurde ebenso beobachtet wie tödliche Hirnblutungen. Die Droge kann zudem Psychosen und Wahnvorstellungen verursachen.

Synthetische Drogen ersetzen weltweit zunehmend klassische Drogen wie Kokain und Heroin - vor allem unter Jugendlichen. Deutsche Ermittler stellten 2008 mit rund 751 000 Tabletten gut ein Viertel weniger sicher als im Vorjahr. Die Zahl der erstauffälligen Konsumenten stieg dagegen um sieben Prozent an.

Die Herstellungskosten liegen bei weniger als einem Euro je Pille. Pro Stück können laut Drogenbericht der Europäischen Union bis zu 20 Euro erzielt werden. Auch Vertreter der sogenannten psycholytischen Therapie nutzen Ecstasy, um etwa Depressive zu behandeln.

Zum Bericht der Drogenbeauftragten (PDF)

Zum EU-Drogenbericht (PDF)

Lesen Sie dazu auch:
Ecstasy-Therapie: Arzt steht wegen Mordes vor Gericht

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