Ärzte Zeitung online, 14.06.2010

Fachtagung: Alkoholiker werden erst nach zwölf Jahren behandelt

HEIDELBERG (dpa). Alkoholiker werden in Deutschland im Schnitt erst zwölf Jahre nach Beginn ihrer Sucht behandelt. Früherkennung mit schneller Hilfe sei zu lange vernachlässigt worden, kritisierte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, am Montag anlässlich des Bundeskongresses des Fachverbandes Sucht in Heidelberg.

Das Robert Koch-Institut beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten des Alkoholmissbrauchs auf 24,4 Milliarden Euro im Jahr, etwa für Frühverrentung oder Arbeitsunfähigkeit. Das sind 1,16 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Ein früher Therapiebeginn und der Behandlungserfolg stünden zwar nicht in einem direkten Zusammenhang, sagte der Geschäftsführer des Fachverbandes, Volker Weissinger. Die rechtzeitige Behandlung sei aber wichtig, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Unter dem Motto "Integration oder Separation? Suchtbehandlung im Gesundheitssystem" beraten Experten noch bis zum Mittwoch unter anderem über Möglichkeiten der frühzeitigen Behandlung von Abhängigen. Etwa 500 Teilnehmer werden erwartet.

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[16.09.2010, 11:52:01]
Dipl.-Med Rainer Höhne 
Wo bleibt die Verantwortung des Staates?
Solange der Staat sehr gut an der Alkoholsteuer verdient, bleiben die Bemühungen der Suchttherapeuten Stückwerk! Alkoholwerbung ist so aggressiv, dass sich 13- bis 15-Jährige nicht dagegen wehren können!!! zum Beitrag »

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