Ärzte Zeitung, 22.09.2011

Das erste Glas Bier mit 13

HAMBURG (di). Alkohol bleibt das Suchtmittel Nummer eins und Betroffene suchen erst spät Hilfe: Dies geht aus dem aktuellen Bericht zur Situation Suchtmittelabhängiger Menschen in Hamburg hervor.

Der erste Alk mit 13 Jahren

Teenager trinkt Bier: Mit durchschnittlich 13,2 Jahren wird in Hamburg der erste Schluck Alkohol getrunken.

© Ivonne Wierink / fotolia.com

Rund drei Viertel der Erwachsenen in Hamburg geben laut Bericht an, dass sie aktuell Alkohol konsumieren.

Bei 37 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen liegt der letzte Rausch nicht länger als 30 Tage zurück.

Rauschtrinken nicht nur ein Problem von Jugendlichen

"Diese Zahlen verdeutlichen, dass Rauschtrinken keineswegs nur ein Problem von Jugendlichen darstellt", sagte Theo Baumgärtner, Leiter des Büros für Suchtprävention in Hamburg.

Die Statistik zeigt auch, dass Menschen mit Alkoholproblemen erst spät Hilfe suchen. Manche lassen eine Zeitspanne von bis zu zwölf Jahren zwischen dem ersten Suchtproblemen und der Inanspruchnahme der Suchthilfe verstreichen.

"Unser Ziel muss es sein, Betroffene früher zu erreichen", sagte Gesundheitssenatorin Cornalia Prüfer-Storcks dazu.

Erstkonsum: Alter auf 13,2 Jahre gestiegen

Kleiner Erfolg im Kampf gegen den Alkoholkonsum: Das Alter beim Erstkonsum von Alkohol ist seit 2004 von damals 12,7 Jahren auf inzwischen 13,2 Jahre gestiegen.

"Je später die Jugendlichen mit dem Alkoholkonsum beginnen, desto geringer ist der Alkoholkonsum in den späteren Jahren", sagte Baumgärtner. Die Statistik zeigt, welche Probleme mit einer Suchterkrankung einhergehen.

19 Prozent der Hilfesuchenden sind neben der Suchterkrankung erheblich bis extrem gesundheitlich beeinträchtigt, 30 Prozent sind psychisch erheblich bis stark belastet. 42 Prozent sind arbeitslos.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »