Ärzte Zeitung online, 31.10.2011

Dem Glimmstängel davonlaufen

Bewegung ist gesund - und hilft offenbar gegen Nikotinsucht. Jugendliche kommen besser laufend von der Kippe los, haben jetzt US-Forscher herausgefunden.

Sport unterstützt Jugendliche beim Raucher-Entzug

Auf und davon: Laufen funktioniert bei der Rauchentwöhnung.

© amaze646 / fotolia.com

MORGANTOWN (St/eis). Unter dem Motto "Laufen statt Rauchen" kann der Erfolg einer Raucher-Entwöhnung bei Jugendlichen verbessert werden.

In einer US-Studie zeigte sich: Programme mit Schülern sind am erfolgreichsten, wenn gleichzeitig eine kurze Fitnessberatung angeboten wird.

233 Jugendliche nahmen an Studie teil

An der Studie zur Raucherentwöhnung von Forschern um Kimberly Horn von der West Virginia University School of Medicine nahmen 233 Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren teil (Pediatrics 2011; 128: e801).

Sie rauchten vor Beginn der Studie im Mittel eine halbe Packung Zigaretten am Tag, am Wochenende etwa eine ganze Packung. 96 Prozent qualmten täglich, und es bestand eine mittlere bis hohe Nikotinabhängigkeit.

Alle Teilnehmer der Studie wollten sich das Rauchen abgewöhnen. 63 Probanden erhielten dazu eine Kurzintervention (Kontrolle), 90 nahmen an einem normalen Entwöhnungsprogramm (Not on Tobacco, N-O-T) teil und 80 an dem Entwöhnungsprogramm plus einer Fitnessberatung (N-O-T+FIT).

Mit Schrittzähler ausgestattet

Die Jugendlichen der Kurzinterventions-Gruppe erhielten lediglich 10 bis 15 Minuten lang Ratschläge zum Rauchstopp, der N-O-T-Gruppe wurde zusätzlich eine wöchentliche Betreuung über zehn Wochen angeboten und in der +FIT-Gruppe erhielten die Jugendlichen bei den Sitzungen je fünf zusätzliche Minuten Anregungen für Fitness und Gesundheit.

Außerdem wurden sie unter anderem mit einem Schrittzähler ausgestattet.

Höhere Erfolgsquote durch Bewegung

Ergebnis: Drei Monate nach dem Start der Studie gaben 4,8 Prozent aus der Kurzinterventionsgruppe, 11,1 Prozent aus der N-O-T-Gruppe und 13,8 aus der -FIT-Gruppe an, in den letzten sieben Tagen nicht geraucht zu haben (7-Tage-Punktprävalenz).

Dabei profitierten von der zusätzlichen Sportberatung vor allem die Jungen (RR 2,0 vs. 1,13). Die Daten sprechen dafür, so die Forscher, dass vor allem Jungen in Raucherentwöhnungsprogrammen zu mehr körperlicher Aktivität angehalten werden sollten.

Damit könnte möglicherweise eine deutlich höhere Erfolgsquote erzielt werden.

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