Ärzte Zeitung online, 22.12.2011

Wie schädlich sind E-Zigaretten wirklich?

E-Zigaretten sind in aller Munde: Nach etlichen Warnungen durch die Behörden, wehren sich die Anbieter. Ihre Produkte seien weniger gesundheitsschädlich. Doch belegen lässt sich das nicht - etliche Studien sprechen dagegen.

Wie schädlich sind E-Zigaretten?

Qualmen ohne Gesundheitsrisiko? Studien sprechen nicht unbedingt für E-Zigaretten.

© dpa

NEU-ISENBURG (eis). Die Anbieter von E-Zigaretten in Deutschland beharren darauf, dass ihre Produkte weniger gesundheitsschädlich sind als normale Zigaretten. Dies lässt sich aber anhand von Studiendaten nicht belegen.

Bis das wirkliche Schadenspotential von E-Zigaretten in Studien geklärt worden ist, sollten Ärzte vor möglicherweise irreführenden Angaben der Hersteller warnen, hatten vergangenes Jahr griechische Forscher im "British Medical Journal" betont.

Die Wissenschaftler hatten dabei drei verfügbare toxikologische Untersuchungen von E-Zigaretten ausgewertet.

Darunter waren die FDA-Analyse, die kürzlich vom Deutschen Krebsforschungszentrum zitiert worden war, sowie Studien des kommerziellen Instituts Health New Zealand (HNZ) und eines staatlichen Instituts in Griechenland.

Nach dem Bericht wurden in der FDA-Studie aus ähnlich gekennzeichneten Kartuschen der Produkte in jedem Zug deutlich unterschiedliche Mengen an Nikotin freigesetzt (26,8 bis 43,2 Mikrogramm pro 100 ml).

Frostschutzmittel isoliert

Die FDA isolierte zudem in einer Kartusche außer dem als sicher geltenden Frostschutzmittel Propylenglykol das stark toxische Diethylenglykol. Auch fanden FDA und HNZ krebserregende Nitrosamine.

HNZ isolierte zudem karzinogene polizyklische aromatische Kohlenwasserstoffe als Abfallprodukte einer unzureichenden Verbrennung organischen Materials.

Und die FDA fand Tabak-spezifische Verunreinigungen, unter anderen Anabasin, Myosmin und ß-Nicotyrin. Diese Stoffe stehen unter dem Verdacht, gesundheitsschädigend zu sein.

Die Forscher merken an, dass trotz ähnlicher Analyse-Ergebnisse die drei Institute ihre Ergebnisse unterschiedlich bewerten: So mahnt die FDA zu Vorsicht vor potentiell gesundheitsschädlichen Folgen der E-Zigaretten.

Das HNZ empfiehlt hingegen die E-Zigaretten nach einem Vergleich mit den Gesundheitsgefahren normaler Tabakprodukte (diese Studie war allerdings von einem Hersteller bezahlt). Das griechische Institut nimmt eine neutrale Haltung ein.

"Das Wissen über die kurz- und langfristigen Gesundheitsrisiken von E-Zigaretten ist also sehr begrenzt", merken die Forscher an.

Allerdings seien die daraus isolierten toxischen und karzinogenen Stoffe wahrscheinlich geringer konzentriert als in traditionellen Zigaretten. Weitere Studien seien nötig, um die Risiken dieser Produkte wirklich beurteilen zu können.

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[23.12.2011, 22:19:18]
Dr. Klaus Eduard Weiers-Croissant 
Wie schädlich sind E-Zigaretten...?
Wünschenswert ist eine suchtmedizinisch fundierte Entwöhnung vom Tabak. E-Zigaretten bieten jederzeit die Möglichkeit zum Rückstieg. Der Effekt auf aktive Raucher wie auch passive Mitraucher ist noch nicht in großen Studien untersucht. Diese Fragen wurden schon auf dem ersten Nikotinkon-gress in Erfurt bei Prof. Haustein diskutiert.

Bis jetzt gibt es für die medizinische Wissenschaft keinen Grund, E-Zigaretten zu empfehlen, wohl aber zur Entwöhnung Nikotinersatztherapie, Vareniclin und Bupropion sowie verhaltensmedizinische Ansätze laut Curriculum der Bundesärztekammer.

Mehr darüber auch zu lesen in meinem Patientenratgeber "Anstiftung zum Nichtrauchen", ISBN 978-3-00-022662-5.

Dr. med. Klaus Weiers-Croissant
Internist Pneumologie Suchtmedizin
Löffingen im Schwarzwald. zum Beitrag »
[23.12.2011, 19:12:58]
Jörg Dähn 
Es spricht jedenfalls einiges dafür . . .
das E-Zigaretten schädlich für die Tabaksteuereinnahmen sind. Ein Schuft ist, wer Böses dabei (bei dieser Negativberichterstattung der letzten Tage) denkt . . .

Wenn -wie gefordert- das Nikotin ein Arzneimittel wird, gibt es dann normale Zigaretten demnächst auch in Apotheken? zum Beitrag »

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