Ärzte Zeitung, 20.11.2012

Kommentar zur Alkoholembryopathie

Ärzte als Aufklärer gefragt

Von Wolfgang Geissel

Alkohol in der Schwangerschaft ist viel gefährlicher als Rauchen. Das Zellgift kann ein Kind bei seiner Entwicklung im Mutterleib schwer und irreversibel schädigen, betroffen ist dabei vor allem das Nervensystem.

Der Grad der Schäden hängt dabei von der Menge des konsumierten Alkohols ab und reicht von leichten neurologischen Anomalien wie Verhaltensauffälligkeiten oder verminderter Intelligenz bis hin zu schweren geistigen und körperlichen Behinderungen.

Trinken in der Schwangerschaft wird daher mit Recht als schwerste Kindes-Misshandlung bezeichnet. Eine Grenze für unbedenklichen Alkoholkonsum bei werdenden Müttern gibt es dabei nicht.

Mit 4000 betroffenen Kindern im Jahr ist die sogenannte Fetale Alkoholspektrum-Störung (FASD) die häufigste angeborene Erkrankung hierzulande; Heilung gibt es nicht. Mit Prävention ließe sich FASD verhindern.

Viele Frauen sind sich aber des Risikos bisher nicht bewusst, wie eine Studie an der Charité ergeben hat. 58 Prozent der befragten Schwangeren gaben darin an, gelegentlich Alkohol zu trinken.

Mit Aufklärung, Appellen an die Vernunft der Frauen und ihrer Angehörigen und Hilfen für Suchtkranke ließe sich schon viel erreichen. Besonders Ärzte sind gefragt, sich in die Diskussion einzumischen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Schwangere: Jeder Schluck Alkohol ist Kindesmisshandlung

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wer viel Wasser trinkt, beugt Harnwegsinfekten vor

Den Ratschlag, viel zu trinken, sollten sich Frauen nicht nur während eines Harnwegsinfektes zu Herzen nehmen. Auch wer danach reichlich Wasser trinkt, profitiert davon. mehr »

In der Praxis oftmals auch knifflige Fälle

Die Regeln, wie und wann ein Arzt einen Patienten krankschreiben darf, sind in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie festgehalten. In der Praxis gibt es jedoch viele knifflige Fälle. mehr »

Handlungsbedarf bei Chronikerpauschale!

Die Chronikerzuschläge für Hausärzte bleiben eine der dringendsten Hausaufgaben für die Selbstverwaltung. Es wird Zeit, die alten bürokratischen Zöpfe abzuschneiden, meint unser Abrechnungsexperte. mehr »