Ärzte Zeitung, 07.02.2013

Leitartikel zu Speed

Auf der Überholspur in den Abgrund

Die Liberalisierung der Drogengesetze in Tschechien hat Folgen für Deutschland: Der Amphetamin-Konsum nimmt zu. Die Zahl der registrierten Erstkonsumenten von kristallinem Metamphetamin hat sich vergangenes Jahr mehr als verdoppelt.

Von Robert Bublak

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Crystal: Gefährliche Kristalle.

© Daniel Karmann / dpa

Aus dem Osten kommt das Licht, lautet ein Sprichwort. Suchtmediziner werden das kaum bestätigen wollen. Denn was in den vergangenen Jahren aus dem Osten kam, war weniger das Licht als vielmehr der Stoff.

2010 ist das Drogengesetz der Tschechischen Republik liberalisiert worden. Der Besitz von zwei Gramm Methamphetamin beispielsweise ist in dem Land seither nicht mehr strafbar.

In den Nachbarländern macht sich das jetzt bemerkbar. Auch in Deutschland ist "Crystal Speed" oder "Meth", wie die Droge noch genannt wird, schwer im Kommen.

Geschnupft, geschluckt, geraucht und injiziert werden erhebliche Mengen. Wie Roland Härtel-Petri, Leiter des Suchtbereichs am Bezirkskrankenhaus Bayreuth, beim "5th International Round Table: Crystal Speed & Co" im vergangenen Jahr in München berichtet hat, liegen die Anfangsdosen bei 100 mg Meth.

Im Lauf der Zeit können daraus bis zu 1,5 Gramm werden - pro Tag. Zum Vergleich: Das Methamphetamin, das die deutsche Wehrmacht und Luftwaffe während des Zweiten Weltkrieges unter dem Namen "Pervitin" bezogen hat, bestand aus Tabletten mit drei Milligramm Wirkstoff.

Crystal wirkt länger und ist billiger als Kokain. Als Vorzüge von Crystal beschreiben die Konsumenten unter anderem starke Euphorisierung, verringertes Schlafbedürfnis, zunehmende Leistungsfähigkeit und gemindertes Hunger- und Durstgefühl.

Doch so attraktiv die Droge für manche sein mag, die Süchtigen selbst macht sie nicht unbedingt schöner. Eine charakteristische Nebenwirkung ist der sogenannte Meth-Mund ...

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