Ärzte Zeitung, 27.05.2015

Forschung

Computersucht kommt selten allein

BOCHUM. Menschen, die internetabhängig sind, leiden oft an Begleiterkrankungen wie depressiven Störungen, Angsterkrankungen und ADHS, teilt die Ruhr-Universität Bochum mit.

Bochumer Forscher um Dr. Bert te Wildt haben hierzu das Komorbiditätsprofil von 25 Internetabhängigen erhoben. Jeder Patient wies mindestens eine Begleiterkrankung auf.

Zum Vergleich wurden auch 25 Alkoholabhängige untersucht. Das Komorbiditätsprofil sah ganz ähnlich aus. Allerdings litt nur jeder zweite dieser Patienten an einer weiteren Erkrankung.

"Die Ergebnisse verdeutlichen die große Bedeutung der Komorbidität für die Internetabhängigkeit", wird te Wildt in der Mitteilung zitiert.

Er betont auch: "Das ist natürlich keine Einbahnstraße, die Erkrankungen bedingen sich gegenseitig."

In einer weiteren Studie fand er jedoch Hinweise, dass die Internetsucht bei einem Teil der Betroffenen auf ähnlich gelagerte Persönlichkeitsstrukturen zurückzuführen sein könnte.

Schätzungen zufolge sind 500.000 Deutsche im Alter zwischen 14 und 64 Jahren abhängig vom Internet, am weitesten verbreitet ist die Onlinespielsucht. Studien sprechen für eine hohe Dunkelziffer. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[27.05.2015, 20:14:49]
Claus F. Dieterle 
Ein sinnvolles Ziel erforderlich!
Als einer der Gründe für die Internetabhängigkeit stelle ich in der Psychotherapie immer wieder fest, dass meine Patienten kein sinnvolles Ziel in ihrem Leben haben.
Psalm 39,5: HERR lehre mich doch, dass...mein Leben ein Ziel hat... zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stromstimulation hilft Gedächtnis auf die Sprünge

US-Forscher haben mit einer speziellen Wechselstromstimulation das Arbeitsgedächtnis von über 60-Jährigen auf das Niveau von 20-Jährigen gehoben – zumindest für kurze Zeit. mehr »

Aufklärung alleine verpufft

Nicht nur zu Ostern locken Schokolade und Co.: Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. mehr »

Länger geguckt, eher gekauft

Menschen treffen irrationale Kaufentscheidungen, so eine Studie: Allein eine lange Betrachtungsdauer lässt Personen eher zugreifen – selbst, wenn das Produkt schlecht ist. mehr »