Ärzte Zeitung online, 26.04.2017

Experten warnen

Drogengemische aus dem Internet weiter im Umlauf

Trotz eines neuen Gesetzes geht der Handel mit etwa als Badesalz deklarierten Drogengemischen nach Aussagen von Experten fast ungehindert weiter.

Drogengemische aus dem Internet weiter im Umlauf

Bunt, spaßig aber nicht unbedingt harmlos: Hier ein Fund an "Legal High"-Produkten, die das Landeskriminalamt Magdeburg in der Vergangenheit sichergestellt hat.

© Pauline Willrodt/dpa

BERLIN. Die vor allem über das Internet als Legal Highs vertriebenen Mittel seien so nicht zu stoppen, erklärte der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr BADS) am Mittwoch vor einem Expertentreffen zum Thema in Berlin. Bekannt seien bislang mehr als 500 solcher Rauschmittel – alle ungetestet. Das sei ein "wahnsinniges humanes Experiment weltweit", sagte Rechtsmediziner Thomas Daldrup.

Mit Blick auf die Unfallgefahr forderte BADS-Präsident Peter Gerhardt, dass die Polizei Blutproben auch ohne richterlichen Beschluss anordnen können sollte. Wegen der Vielzahl an Stoffen ist aber auch der Nachweis noch problematisch.

Seit Ende 2016 zielt das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz vor allem auf den Handel ab. Erwerb und Besitz sind straffrei. Ralf Wischnewski von der Kölner Drogenhilfe berichtete, dass einige Online-Shops nun verschwunden seien. Andere Anbieter gäben an, nur legale Mischungen zu verkaufen. Es sei aber unklar, was genau sie verschicken.

Die chemischen Mischungen wirken je nach Zusammensetzung im Gehirn zum Beispiel wie Cannabis oder Heroin. Der Konsum kann tödlich enden: Nach jüngsten verfügbaren Zahlen von 2015 sind in dem Zusammenhang 39 Todesfälle in Deutschland bekannt. Das Dunkelfeld ist aber groß. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »