Ärzte Zeitung online, 18.05.2017
 

WHO-Statistikjahrbuch

Hoher Alkohol-Konsum in Deutschland

Deutschland liegt bei der WHO-Alkoholstatistik mit 11,4 Litern reinem Alkohol pro Kopf und Jahr in der Spitzengruppe.

GENF. Deutschland liegt beim Alkoholkonsum dem neuen statistischen Jahrbuch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge unter den ersten 25. Unter den insgesamt 194 WHO-Mitgliedern kommt die Bundesrepublik mit 11,4 Litern reinem Alkohol pro Kopf und Jahr auf Platz 23.Ob dabei hauptsächlich Bier, Wein oder Spirituosen getrunken werden, hat die WHO nicht ermittelt. Den meisten Alkohol tranken über 15-Jährige in Litauen: 18,2 Liter.

Auf den ersten 16 Plätzen sind europäische Länder. Mehr als in Deutschland wird den WHO-Schätzungen zufolge etwa in Belgien, Großbritannien, Polen und Frankreich getrunken.

Autofahren ist den Angaben zufolge am gefährlichsten in Venezuela. Dort gab es im Jahr 2015 der WHO zufolge 45,1 Todesfälle pro 100.000 Einwohner. An zweiter Stelle liegt Thailand.Die gesundheitlichen Folgen durch Luftverschmutzung sind dem WHO-Jahrbuch zufolge in Südkorea an schwerwiegendsten. Dort gingen 2012 statistisch gesehen 238,4 Todesfälle pro 100.000 Einwohner darauf zurück. China folgt mit 161,1 Fällen erst auf Platz sechs, nach Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Georgien und Albanien.

Die Zahlen stammen aus WHO-eigenen Erhebungen oder überwiegend von anderen UN-Organisationen.

Die Organisation betont Fortschritte bei der Erhebung von Todesursachen. "Wenn Länder nicht wissen, was ihre Menschen krank macht oder woran sie sterben, ist es schwierig zu wissen, was man dagegen tun kann", sagte WHO-Expertin Marie-Paule Kieny. 2005 sei ein Drittel der Todesursachen erhoben worden, 2015 sei es bereits fast die Hälfte gewesen. Die Lebenserwartung ist von 2000 bis 2015 global gesehen um fünf Jahre gestiegen.

Die WHO befasst sich auch mit den Nachhaltigkeitszielen, die die Vereinten Nationen bis 2030 erreichen wollen, etwa die Reduzierung der Müttersterblichkeit unter 70 pro 100.000 Geburten. An den Zahlen sollen in den nächsten Jahren die Fortschritte gemessen werden. (dpa)

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