Ärzte Zeitung online, 07.02.2018

Lieber Dampfen statt Qualmen

E-Zigarette auf Rezept?

Elektronische Zigaretten und Tabakerhitzer können Menschen vom Rauchen wegbringen. Eine englische Behörde will diese deshalb von Ärzten verschreiben lassen können – und untermauert den Vorstoß mit einer Studie.

E-Zigarette auf Rezept?

Etwa 90 Prozent weniger Schadstoffe sollen E-Zigaretten enthalten: Gar nicht zu rauchen ist trotzdem am gesündesten.

© tunedin / stock.adobe.com

LONDON. Die staatliche Behörde Public Health England (PHE) fordert, dass Ärzte E-Zigaretten verschreiben können. Das berichtet die BBC online.

Eine Studie der PHE deutet demnach darauf hin, dass mindestens 20.000 Menschen jährlich in Großbritannien mit dem Rauchen aufhöhren, wenn sie auf die elektronischen Zigaretten umsteigen. PHE möchte es auch ermöglichen, E-Zigaretten direkt in Krankenhäusern zu kaufen und in extra eingerichteten Zonen dort zu konsumieren – eventuell sogar in den Patientenzimmern. Arbeitgeber ruft die Behörde dazu auf, solche Bereiche auch am Arbeitsplatz zu schaffen.

Hilfe zum Rauchausstieg als Begründung

Die nationale Behörde beruft sich darauf, dass E-Zigaretten Raucher von normalen Kippen wegbringen. Zudem hat eine eigene Studie ergeben, dass diese 95 Prozent weniger schädlich sind als die klassischen Zigaretten.

Ähnliche Zahlen hatte kürzlich auch das Bundesinstitut für Risikobewertung bei der Analyse von Tabakerhitzern geliefert. Diese wurden damals bei der 15. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle vorgestellt.

Die Regierung in Wales steht dem PHE-Vorstoß dagegen skeptisch entgegen, berichtet die BBC weiter. Sie hatte laut dem Bericht versucht, elektronische Glimmstängel beispielsweise in Schulen, Kliniken oder in Supermärkten zu verbieten, da sie befürchtet habe, E-Zigaretten würden Rauchen wieder in Mode bringen. Der entsprechende Gesetzesentwurf sei aber 2016 an der letzten Hürde schließlich gescheitert, das Dampfen von E-Rauchsystemen einzuschränken. (ajo)

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