Ärzte Zeitung, 12.10.2004

Opioid-Pflaster lindert Schmerzen langfristig

Langzeit-Daten aus offener Studie / Viele Patienten kommen über Monate mit konstanter Buprenorphin-Dosierung klar

LEIPZIG (grue). Patienten mit chronischen Schmerzen können mit transdermal appliziertem Buprenorphin über längere Zeit wirksam behandelt werden. Die Matrix-Pflaster werden dabei gut vertragen.

Die Ergebnisse einer Follow-up-Studie mit 239 Schmerzpatienten hat Dr. Hubertus Kayser aus Bremen beim Schmerzkongreß in Leipzig vorgestellt. Die Studienteilnehmer hatten jeweils etwa zur Hälfte Tumorschmerzen oder chronische Schmerzen anderer Ursache, davon zu 20 Prozent Neuropathien.

Sie wurden im Anschluß an eine Zulassungsstudie mit dem transdermalen Opioid Buprenorphin (Transtec®) offen im Schnitt 7,5 Monate weiterbehandelt. Mit den Matrix-Pflastern besserten sich die Schmerzen bei 90 Prozent mindestens befriedigend, bei 43 Prozent gut oder vollständig, berichtete Kayser auf einer Veranstaltung von Grünenthal. 38 Prozent brauchten keine schnellwirksamen Sublingual-Tabletten zusätzlich.

"Besonders erfreulich war, daß fast die Hälfte der Patienten über die gesamte Therapiedauer mit einer konstanten Buprenorphin-Dosierung behandelt werden konnten", sagte Kayser. So konnten Tumorpatienten bis zu 26 Monate die gleiche Pflastergröße verwenden, Nicht-Tumorpatienten sogar bis zu 68 Monate. Während dieser Zeit sei keine analgetische Toleranzentwicklung eingetreten, so Kayser.

Der Schmerztherapeut wies außerdem auf die gute Verträglichkeit von Buprenorphin hin. Die Patienten berichteten im Behandlungsverlauf nur zu vier Prozent von Obstipationen, eine bei der Opioid-Therapie besonders niedrige Rate. Übelkeit sei nur bei neun Prozent aufgetreten, meist aber nur zu Beginn der Behandlung. Auch die lokale Verträglichkeit des Pflasters war gemessen an der langen Therapiedauer mit Pflasterwechsel alle drei Tage sehr gut, so Kayser. Über Juckreiz berichteten elf Prozent, über Hautrötungen 13 Prozent der Patienten.

"Daß viele das Buprenorphin-Pflaster langfristig anwenden wollen, hatte sich schon in der vorgeschalteten Zulassungsstudie gezeigt", sagte Kayser. Für die Follow-up-Untersuchung hatten sich so viele Teilnehmer gemeldet, daß sie größer ausfiel als zunächst geplant.

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