Schmerzen

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Opioide in der Hausarztpraxis – Chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 07.06.2005

Zwei fest definierte Tage für den Pflasterwechsel

Mit dem neuen Buprenorphin-haltigen Matrixpflaster wird eine bis zu 96stündige Analgesie erreicht

FRANKFURT AM MAIN (ej). Für Patienten mit starken chronischen Schmerzen gibt es seit Juni ein neues Buprenorphin-haltiges Matrixpflaster, das aufgrund seiner langen Wirkdauer nur noch an zwei festen Wochentagen gewechselt werden muß. Bisher war ein häufiger Wechsel an unterschiedlichen Wochentagen nötig.

Möglich wird der gleichmäßige Wechselrhythmus bei dem neuen Pflaster Transtec® PRO - etwa immer Montag morgen und Donnerstag abend - durch eine Wirkdauer von bis zu 96 Stunden. Das bisherige Transtec® Pflaster, das nun von dem neuen abgelöst wird, wirkte maximal 72 Stunden, so daß die Wochentage, an denen es neu appliziert werden mußte, immer wieder wechselten.

Ansonsten ist die Anwendung des neuen Pflasters ähnlich wie die des bisherigen. So sollte bei Patienten mit chronischen Schmerzen, die zuvor keine starken Analgetika erhalten haben, am besten mit der niedrigsten Pflasterstärke von 36 µg/h Buprenorphin gestartet werden, sagte Dr. Klaus Böhme aus Kassel auf der Einführungspressekonferenz in Frankfurt am Main. Aufgrund der langsamen Anflutung sollte eine erste Bewertung der analgetischen Wirkung aber frühestens nach 24 Stunden erfolgen.

"Bei älteren Patienten teile ich außerdem das Pflaster, so daß die Anfangsdosis 9 oder 18 µg beträgt, und erhöhe dann individuell die Dosis", erläuterte der Anästhesist bei der Veranstaltung des Unternehmens Grünenthal. Durch den langsamen Einstieg würden gerade bei älteren Patienten Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit vermieden, die vorübergehend auftreten können.

"Das neue Pflaster bleibt auch für ältere Patienten ideal, da der Wirkstoff nicht über die Niere, sondern die Leber ausgeschieden wird", so Böhme weiter. Es bestehe somit selbst bei eingeschränkter Nierenfunktion keine Gefahr der Akkumulation. Daher sei die Pflasteranwendung auch bei Dialysepatienten möglich.

Das Sicherheitsprofil des neuen Pflasters sei ebenfalls insgesamt gut, urteilte Dr. Reinhard Sittl vom Schmerzzentrum der Universitätsklinik Erlangen. Im Unterschied zu anderen Opioiden sei die Obstipation nur eine milde Nebenwirkung. Die Patienten könnten das initial verordnete Laxans schon nach kurzer Zeit wieder absetzen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »

Sinken die Konnektor-Preise?

Wie werden sich die Preise für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur entwickeln, wenn dann vier Konnektoren auf dem Markt sind? Die Selbstverwaltung hofft auf sinkende Preise - doch ob das so kommt, ist fraglich. mehr »