Ärzte Zeitung, 24.10.2005

Interdisziplinäres Arbeiten bei Schmerzen besonders wichtig

Kopfschmerz-Experten und DGSS kooperieren bereits

BREMEN (sko). Schmerz in For-schung, Klinik und Praxis - Komple-xität braucht Kooperation. Dies ist das Motto, unter dem Schmerzforscher und -therapeuten gerade in Bremen getagt haben. Bei der Eröffnungsveranstaltung gab es einen Rückblick auf 30 Jahre Schmerzforschung.

Nach Meinung von Privatdozentin Dr. Stefanie Förderreuther aus München, Kongreßpräsidentin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), ist interdisziplinäres Arbeiten in der Schmerztherapie so stark gefordert wie nur selten in einem medizinischen Fach.

Professor Michael Zenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS), fand in diesem Zusammenhang die Wahl des Kongreßortes sehr passend: "Die Bremer Stadtmusikanten sind eine schöne Parallele zur Interdisziplinarität der Schmerztherapie", so Zenz in seinem Grußwort.

Den Bezug zur aktuellen politischen Situation stellte DMKG-Präsident Professor Stefan Evers aus Münster im Hinblick auf die schon achte gemeinsame Ausrichtung des Schmerzkongresses durch DGSS und DMKG her: "Bei uns klappt die große Koalition schon länger!"

Die DGSS kann inzwischen auf eine 30jährige Geschichte zurückblicken. Dabei wird deutlich, daß sich die Schmerztherapie ihren heutigen Stellenwert hart erarbeitet hat. Professor Manfred Zimmermann aus Heidelberg war von Anfang an dabei.

Als wichtige Leistungen der DGSS im Lauf der Jahre benannte er in seinem Festvortrag etwa die Veröffentlichung des ersten Lehrbuchs zur Schmerztherapie 1993 oder des ersten Schmerztherapieführers 1985. Als 1996 die Zusatzbezeichnung spezielle Schmerztherapie vom Deutschen Ärztetag beschlossen wurde, war das für Zimmermann "die Realisierung einer Vision, an die wir nie so richtig geglaubt hatten." Die Geschichte der DGSS gehe weiter, es gebe noch viel zu tun.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »

Wie Ärzte Hausbesuche richtig delegieren

Das EBM-Kapitel 38 macht den NäPA-Hausbesuch auch für Fachärzte interessant. Was abgerechnet werden darf, hängt nämlich entscheidend von der Qualifikation der Praxismitarbeiterin ab. mehr »