Ärzte Zeitung, 29.03.2006

Therapie mit Schmerzpflaster erleichtert Pflege

Pflastertherapie hat Vorteil bei Schluckstörungen

FRANKFURT AM MAIN (mar). Die transdermale Opioidtherapie ist vor allem für Patienten eine Option, bei denen das Schlucken oder die gastrointestinale Resorption beeinträchtigt ist. Bei pflegebedürftigen Patienten erleichtert die transdermale Therapie zudem die Pflege, da zum Beispiel das Fentanyl-Matrixpflaster (Durogesic® SMAT) nur alle 72 Stunden gewechselt werden muß.

Außerdem empfinden viele Patienten die transdermale Therapie angenehmer als die orale Therapie - vor allem, wenn sie bereits mehrere Tabletten täglich einnehmen müssen. Darauf hat Dr. Michael Küster, niedergelassener Internist und Anästhesiologe aus Bonn, beim Deutschen Schmerztag in Frankfurt am Main hingewiesen.

Vorteile des Fentanyl-Matrixpflasters seien unter anderem die stabilen Serumspiegel-Konzentrationen über 24 Stunden, die geringe Toleranzentwicklung und das Fehlen eines Ceilingeffektes. Bei einem Ceilingeffekt kommt es ab einer bestimmten Dosiserhöhung zu keiner weiteren Schmerzlinderung, aber unerwünschte Wirkungen. nehmen zu.

Das Fentanyl-Pflaster ist in vier verschiedenen Wirkstärken erhältlich. Die auf das Pflaster gedruckte Dosierung beuge Verwechslungen vor, so Küster bei einem Symposium von Janssen-Cilag.

In der niedrigsten Dosierung (Freisetzung von 12,5 µg / Std.) könne das Pflaster als Alternative zu den oralen, hochdosierten Retardopioiden der WHO-Stufe 2 eingesetzt werden, so Küster. Außerdem ist es in dieser Dosierung auch für die Therapie von Kindern ab zwei Jahren zugelassen, sofern sie bereits mit 30 mg Morphinäquivalent pro Tag behandelt werden.

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