Schmerzen

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Opioide in der Hausarztpraxis – Chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 17.09.2007

Gehirne Depressiver empfangen vermehrt Schmerzsignale

DUAL WIRKSAMES ANTIDEPRESSIVUM WIRKT AUCH ANALGETISCH

BAD HOMBURG (djb). Bei depressiven Patienten überlagern oft Kopf-, Brust- oder Rückenschmerzen die psychischen Symptome wie Niedergeschlagenheit, Antriebsmangel oder Ermüdbarkeit. Antidepressiva, die serotonerge und noradrenerge Transmitter beeinflussen, lindern depressive und körperliche Symptome.

Kennzeichnend für eine Depression ist eine Dysregulation der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin. Das führe bei Vielen dazu, dass ihr Gehirn vermehrt Schmerzsignale empfange, sagte Professor Karl-Jürgen Bär aus Jena. Bei etwa drei Viertel der Depressiven sind körperliche Beschwerden sogar der Grund für einen Arztbesuch, sagte Bär bei einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly.

Zusätzlich zu einer guten antidepressiven Wirksamkeit wirken vor allem dual wirksame Antidepressiva wie der selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (sSNRI) Duloxetin (Cymbalta®) ausgeprägt analgetisch. Dadurch vermindern sich die schmerzhaften Begleitsymptome der Depression.

In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 245 Patienten kamen nach neun Wochen Therapie mit Duloxetin (60 mg / Tag) dreimal so viele Patienten in Remission wie mit Placebo (44 versus 16 Prozent). Eine Remission liegt dann vor, wenn der Wert auf der Hamilton-Depressionsskala (HAM-D17) auf unter 7 Punkte abgenommen hat.

Schon nach der ersten Woche gingen auch die mit der visuellen Analogskala (VAS) gemessenen Rücken- und Schulterschmerzen im Vergleich zu Placebo signifikant zurück. Die VAS-Werte verbesserten sich im Mittel um 46 Prozent. Der analgetische Effekt der Therapie entfaltet sich dabei unabhängig von der antidepressiven Wirkung, betonte Bär. Die Verminderung der Schmerzen sei zu etwa 50 Prozent einer direkten analgetischen Wirkung von Duloxetin zuzuschreiben.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Neue Hoffnung auf wirksame Alzheimer-Therapie

Lässt sich der Krankheitsverlauf bei Alzheimer mittels Antikörper doch bremsen? Erstmals deutet sich ein solcher Erfolg in einer größeren Studie an. Das weckt Hoffnungen. mehr »

Was die Datenschutz-Folgenabschätzung ist

Praxen, Kliniken und MVZ, die in großem Stil Patientendaten verarbeiten, müssen laut DSGVO eine Datenschutz-Folgenabschätzung absolvieren. Medizinrechtler erläutern, wie das geht und was das überhaupt ist. mehr »

Tele-Hausarzt horcht aus der Ferne ab

Dr. Rafael Walocha betreut als Tele-Hausarzt Bewohner eines Pflegeheims per Video. Dabei kann er die Patienten sogar elektronisch auskultieren. Arzt und Patienten sind begeistert. mehr »