Ärzte Zeitung, 19.09.2008

Erhöht Paracetamol bei Babys das Asthmarisiko?

LONDON (dpa). Babys, die Paracetamol bekommen haben, erkranken später häufiger an Asthma, allergischem Schnupfen und Hautausschlägen. Das ergab eine Studie, die in einem Sonderheft von "Lancet" (372, 2008, 1039) zu Asthma veröffentlicht ist.

Die Autoren haben jedoch lediglich einen statistischen und keinen ursächlichen Zusammenhang gefunden. Das Medikament sollte erst ab einer Körpertemperatur von 38,5°C verwendet werden, so die Autoren. Bei Kindern, die Paracetamol im ersten Lebensjahr bekamen, war die Rate von Asthma-Symptomen im Alter von sechs bis sieben Jahren um 46 Prozent höher als bei Gleichaltrigen, die das Schmerzmittel nicht bekommen hatten.

Das Risiko für allergischen Schnupfen lag 48 Prozent höher und das für Hautausschläge 35 Prozent. Außerdem beobachteten die Forscher, dass das Asthma-Risiko von Kindern, die in dem Jahr vor der Untersuchung Paracetamol genommen hatten, von der Höhe der Dosis abhing.

Für die Studie befragten sie die Eltern von 200 000 Kindern im Alter von sechs bis sieben Jahren in 31 Ländern.Professor Richard Beasley vom Medizinischen Forschungsinstitut Neuseelands betonte, dass Paracetamol nach wie vor das beste Medikament für Kinder bei Fieber und Schmerzen sei. Er wies aber daraufhin, dass die WHO davor warne, das Mittel Kindern regelmäßig zu geben.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Brustkrebspatientinnen profitieren von fettarmer Kost

Frauen, die sich fettarm ernähren, leben im Falle einer Brustkrebserkrankung offenbar länger als Patientinnen unter fettreicher Kost. mehr »

Deutschland will den fünften WM-Titel

Ein Sieg gegen den Weltmeister – davon träumen alle WM-Teams. Doch die deutsche Elf ist gerüstet. mehr »

Nach dem Orgasmus bewusstlos geworden

Eine junge Frau verliert mehrfach nach dem Sex das Bewusstsein. Die Ärzte rätseln zunächst, finden dann aber die Erklärung in den Genen. mehr »